Kaffee-Campus
Ein angenehmer Duft liegt in der Luft

Münster -

Die Deutsche Röstergilde tagt in Münster und verkostet dabei natürlich auch viel Kaffee. Gastgeber sind Sandra Götting und Mario Joka von der Roestbar. Mehr als 20 Aussteller präsentierten sich. Barista Oliver Schirmer aus Berlin gibt Tipps für einen exzellenten Espresso.

Sonntag, 13.05.2012, 11:05 Uhr

Kaffee-Campus : Ein angenehmer Duft liegt in der Luft
Mario Joka (r.) und Graciano Cruz (2.vr.) laden die Gäste beim Kaffee-Campus zu einer Kostprobe ein. Foto: gh

Verkostungsschälchen mit Kaffee stehen auf dem Tisch. Mindestens 20 Kostproben sind frisch aufgebrüht. Graciano Cruz, ein Kaffeebauer aus El Salvador, stellt den Gästen seine Kaffeesorten vor. Schlürf – und schon landet der kleine Schluck Kaffee wieder in einem Becher. Die Tester verstehen etwas vom „Cupping“, so wird die Verkostung bezeichnet. Wasser neutralisiert den Geschmack. 20 Proben sind für echte Profis ein Klacks. 80 bis 100 Proben können bei einer Verkostung anfallen, sagt Röster Sebastian Benkhofer. Der Lüdenscheider gehört wie Mario Joka von der Roestbar in Münster zum Vorstand der Deutschen Röstergilde, die sich bis heute in Münster trifft. 80 professionelle Kaffeeröster, Barista, Kaffeehändler und Kaffeespezialisten aus ganz Deutschland sind angereist.

Ein angenehmer Kaffeeduft liegt über dem Roestbar-Standort und der Rösterei am Bohlweg. Mario Joka und Sandra Götting sind in diesem Jahr zum ersten Mal Gastgeber für die Fachtagung. Die Deutsche Röstergilde stellt die Interessenvertretung der Spezialitätenkaffeeröstereien dar. Joka und Götting servieren den Kollegen den „Kaffee-Campus“ mit rund 20 Ausstellern.

Das „Cupping“, die Verkostung, lockt dabei besonders. Die Profis unterscheiden nach Geruch und Geschmack und achten auf die Qualität des Abgangs. Ein sensorisches Vokabular wie beim Wein begleitet die Verkostung. Feine Nuancen des Kaffees arbeitet dann der Barista heraus, sagt Sebastian Benkhofer. Der Lüdenscheider röstet seit zwölf Jahren Kaffee. Diese Liebe gab ihm der Vater, der aus Wien stammte, mit. Benkhofer versteht sich nicht als Maschinenbediener. Ein Barista, erklärt er, weiß mehr als nur den Namen der Kaffeesorte. Er kennt auch dessen Geschichte.

Oliver Schirmer aus Berlin ist ein solcher Barista, der an der „Kaffeemaschine“ steht und Espresso, Cappuccino und Filterkaffee zaubert. Der 26-Jährige hat Informatik studiert und sich irgendwann für die Kaffeekultur entschieden. Vieles sei eine Glaubensfrage, sagt er. Es gebe Espresso-Bars, die schwörten auf Technik, andere auf ihren Service. Die Roestbar, lobt Oliver Schirmer, müsse sich nicht hinter der Berliner Kaffeeszene verstecken. Der 26-Jährige trinkt gerne einen Filterkaffee. Der im übrigen wieder stark im Kommen ist, sagt Gastgeber Mario Joka. Er mahle den Kaffee zu Hause mit einer Handmühle und brühe ihn mit einer Pressstempelkanne. Der Roestbar-Chef, der in Münster drei Standorte plus die Rösterei betreibt und insgesamt 40 Mitarbeiter beschäftigt, bevorzugt afrikanische Kaffeesorten. Aber ohne Milch, denn die nehme dem Kaffee das Aroma.

Neben Zubehör für die Kaffeekultur und schicken Kaffeevollautomaten zeigte Franz van Cooten auch herkömmliche Kaffeemaschinen. Erstaunlicherweise, so der Aussteller, „trinken die Deutschen mehr Kaffee als die Niederländer“. Ein Exot unter den Ausstellern aber ist Alexander Breithardt. Der 29-Jährige, der schon Immobilien und Tankstellenflächen in Amerika verkauft hat, schwört auf Tee.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/736122?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F738953%2F
Auf Gleise gestürzt, im Gefängnis gelandet
Sturz am Hauptbahnhof: Auf Gleise gestürzt, im Gefängnis gelandet
Nachrichten-Ticker