Mi., 11.07.2012

Architektenduo setzt neue Sarnierung Klinkerfassaden verschwinden immer häufiger hinter einer Dämmschicht

Architektenduo setzt neue Sarnierung : Klinkerfassaden verschwinden immer häufiger hinter einer Dämmschicht

Die Hauswand wird gedämmt, und trotzdem behält das Gebäude seine Klinkerfassade. Die Architekten Brackhagen /Feldmann nutzten dabei ein neues Verfahren. Foto: kb

Münster - 

Immer mehr Putzbauten verdrängen Klinkerbauten! Zu den Münsteranern, die diese schleichende Veränderung mit Sorge sehen, gehört der ehemalige CDU-Ratsherr Franz-Josef Sandhage.

Von Klaus Baumeister

Er hat jetzt die WN auf einen Fall aufmerksam gemacht, der zeigen soll, dass es auch anders geht. An der Ecke Stettiner Straße  / Kösliner Straße wird ein Mehrfamilienhaus saniert, gedämmt und neu mit Klinkerriemchen verblendet. Sprich: Das Gebäude bekommt eine moderne, 18 Zentimeter starke Dämmschicht – und sieht anschließend trotzdem aus wie ein Klinkergebäude.

Die verantwortlichen Architekten bei der Gebäudesanierung sind die beiden Münsteraner Ulrich Brackhagen und Ludger Feldmann . Nach ihren Angaben kam – anders als in vielen anderen Wohngebieten – ein Verputzen der sanierten Fassade nicht infrage, „weil der Bebauungsplan die Klinkerfassade vorschreibt“, so Brackhagen.

Zum Hintergrund:

In Wohngebieten, in denen die Fassadengestaltung nicht baurechtlich vorgeschrieben ist, steigen immer mehr Hauseigentümer im Falle einer Fassadensanierung auf Putz um, weil dann die Investitionskosten niedriger ausfallen. Der Aufwand, eine Dämmschicht mit Klinkerriemchen zu bekleben, ist vergleichsweise hoch. Sollen sogar ganze Ziegel verwendet werden, muss ein zusätzliches Fundament gelegt werden, überdies ergeben sich mitunter optische Nachteile, weil die Wand dicker wird.

Der Clou:

Brackhagen / Feldmann können jetzt zumindest beim Kostenargument potenziellen Bauherren vorsichtige Entwarnung geben. Sie haben nach eigenem Bekunden Dämmplatten eingesetzt, die über Stege verfügen, welche das Anbringen der Riemchen vereinfacht. „Dadurch wird das Verkleben deutlich preiswerter.“

Der Clou: Dämmplatten und Klinker sind bei diesem patentierten Verfahren, dem „Dämmklinker“, optimal aufeinander abgestimmt, weil sie vom gleichen Hersteller angeboten werden. Nach Ansicht der beiden Architekten hat dieses von ihnen erstmals eingesetzte System durchaus das Potenzial, um in der seit Monaten laufenden Debatte über die Frage „Putz oder Klinker?“ neue Akzente zu setzen.

Nicht zuletzt den Städteplanern bereitet es Kopfzerbrechen, dass die in Münster und im Münsterland regionaltypische Klinkerfassade immer häufiger hinter einer Dämmschicht verschwindet.

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