Do., 16.08.2012

Ohne Internetflatrate läuft nichts Zwei Minister besuchen neue komfortable Studentenwohnanlage am Horstmarer Landweg 

Ohne Internetflatrate läuft nichts : Zwei Minister besuchen neue komfortable Studentenwohnanlage am Horstmarer Landweg 

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Bauminister Michael Groschek (Mitte) besichtigten mit Studentenwerk-Vertretern die neue Wohnanlage. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Großer Bahnhof für ein Studentenwohnprojekt mit Pilotcharakter. Gleich zwei Minister, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Bauminister Michael Groschek, sowie Vertreter des Studentenwerks stellten gestern die neue Studentenwohnanlage mit 308 Plätzen am Horstmarer Landweg vor. Zusammen mit dem Neubau von 528 Plätzen an der Boeselager Straße „ist Münster auch mit Blick auf den Abi-Doppeljahrgang 2013 gut gerüstet“, betonte Schulze. Insgesamt 70 Millionen Euro investiert das Studentenwerk in beide Projekte.

Von Karin Höller

Das Besondere am Horstmarer Landweg : Weil auch Mittel des Bauministeriums flossen, müssen interessierte Studenten zunächst einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Dafür dürfen sie für günstige 5,10 Euro pro Quadratmeter in ein Passivenergie-Haus mit ausgesprochen geringen Nebenkosten ziehen. „245 Quadratmeter warm mit einem so hohen Standard findet man sonst kaum“, sagt Lehramtsstudentin Jula Borgelt (22), die zu den ersten 62 neuen Mietern gehört, die gerade ihre Appartements bezogen haben. „Vorher habe ich in einer WG gewohnt. Aber etwas eigenes ist schon toller.“

Vorbei die Zeit der Zehn-Quadratmeter-Lernzellen, von denen es im 70er Jahre-Komplex an dieser Stelle 533 gab. In die wollten am Ende nicht einmal mehr ausländische Studierende. „Die Anforderungen haben sich stark verändert“, weiß Achim Wiese vom Studentenwerk. Die neuen Appartements sind rund 25 Quadratmeter groß, haben Bad und Küchenzeile und für 16 Euro im Monat HD-Fernsehen und Internetflatrate . Um soziale Kontakte zu fördern, ist in einem der sieben Gebäudekomplexe ein Kiosk mit Cafébetrieb und ein Begegnungsraum plus Grillstelle geplant, erläutert Studentenwerks-Vertreter Peter Haßmann.

Ein Raum reicht offensichtlich im Zeitalter von Facebook, in dem man mit den meisten seiner Freunde nur über den Bildschirm kommuniziert. Wie haben sich die Zeiten seit den 80er Jahren geändert. Damals durften in einigen Studentenwohnheimen ohne ausgeprägte Gemeinschaftsraumausstattung keine Erstsemester einziehen, um Vereinsamung vorzubeugen.

Die beiden neuen Studentenwohnanlagen werden kaum ausreichen, um der Studentenflut, die mit dem Abi-Doppeljahrgang einhergeht, zu bewältigen. Weitere kreative Lösungen müssen her, „weil die schwarz-gelbe Vorgänger-Regierung“, so Schulze , „eine vorausschauende Wohnungspolitik verschlafen hat“. Also werde auch in Münster nach Flächen für das Aufstellen von Wohn-Containern gesucht. Zudem sollen Häuser angemietet und günstig an Studenten weitervermietet werden. Und wenn die Studentenschwemme verebbt ist, so Bauminister Groschek, „dann können im Handumdrehen aus den Studenten- Senioren-Wohnungen werden“.

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