Tätowierer kommen aus ganz Europa
„Tattoo Weekend“ in der Hiltruper Stadthalle

Münster -

Daniel ist 26 Jahre alt und wird in wenigen Stunden Besitzer eines Tattoos sein. „Ich habe mir das vier Jahre lang überlegt“, sagt er und zieht eine Fotokopie aus seiner Tasche. Ein Stich aus dem 19. Jahrhundert mit einem Löwen aus „Brehms Tierleben“. „Der soll es sein“, sagt Daniel. Nun ist die Entscheidung gefallen, „ein bisschen nervös bin ich aber doch“.

Freitag, 03.08.2012, 19:08 Uhr

Tätowierer kommen aus ganz Europa : „Tattoo Weekend“ in der Hiltruper Stadthalle
Sebastian Heering und Susanne Breithaupt präsentieren ihre Tattoos. Die beiden arbeiten im Dortmunder Studio „Tattoos by Diesel“. Foto: Oliver Werner

Der 26-Jährige lässt sich die Tätowierung am Freitagnachmittag in der Hiltruper Stadthalle von Sebastian Heering vom Dortmunder Studio „Tattoo by Diesel“ stechen, einem von 50 professionellen Tätowierern, die am „Starfire Tattoo Weekend“ teilnehmen. „Meine Spezialität ist Streetstyle“, sagt Heering, „Tattoos, die an Graffiti angelehnt sind.“ Er selbst ließ sich mit 19 zum ersten Mal tätowieren, zwei Maori-Sterne – die neuseeländischen Ureinwohner hatten das Tätowieren einst erfunden.

Termin

Das Event können Tattoo-Liebhaber am Samstag zwischen 12 und 23 Uhr und Sonntag zwischen 12 und 19 Uhr besuchen.

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Thomas Hellbeck aus Düren , seit 28 Jahren Tätowierer, wendet noch deren Technik an. Die Nadel befindet sich am Ende eines langen Bambusstocks, Strom benötigt Hellbeck – anders als seine Kollegen – nicht. „Mir geht es darum, eine alte Tradition aufrecht zu erhalten“, sagt er. Anders als in Neuseeland befindet sich allerdings kein Haifischzahn am Ende der Bambusstange, sondern eine Einwegnadel – aus hygienischen Gründen.

Tattoos - Körperkunst in vielen Farben

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  • Eine deutsche Schwimmerin hat sich die olympischen Ringe tätowieren lassen.

    Foto: dpa
  • Ob bunt oder schwarz, klein oder groß, klassisch oder ausgefallen - Immer mehr Leute entscheiden sich heute für ein Tattoo.

    Foto: dpa
  • Tattoo-Künstler Kiwi Matt auf der 18. Internationalen Tattoo Convention in Berlin.

    Foto: dpa
  • Ob bunt oder schwarz, klein oder groß, klassisch oder ausgefallen - Immer mehr Leute entscheiden sich heute für ein Tattoo.

    Foto: dpa
  • Auch Fußballstar und Frauenschwarm David Beckham ist tätowiert .

    Foto: dpa
  • Der neue Trend: Tattoos nach „ASCII-Art“, lediglich bestehend aus Satzzeichen und Buchstaben.

    Foto: dpa
  • Dämonengesichter und Spinnennetze zieren den Kopf dieses Mannes.

    Foto: dpa
  • Ob bunt oder schwarz, klein oder groß, klassisch oder ausgefallen - Immer mehr Leute entscheiden sich heute für ein Tattoo.

    Foto: Jürgen Bonsiepen
  • Die Körperkunst von Fußballer Nigel de Jong springt bei der EM ins Auge.

    Foto: Kim Ludbrook
  • Ob bunt oder schwarz, klein oder groß, klassisch oder ausgefallen - Immer mehr Leute entscheiden sich heute für ein Tattoo.

    Foto: Colourbox
  • Den Unterarm von Donots-Gitarrist Guido Knollmann ziert ein Ibbenbüren-Tattoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ob bunt oder schwarz, klein oder groß, klassisch oder ausgefallen - Immer mehr Leute entscheiden sich heute für ein Tattoo.

    Foto: colourbox

Thomas Tanviverdi aus Stadtlohn hat sich am Freitagnachmittag besonders viel vorgenommen. Einem Kunden tätowiert er die beiden MTV-Trickfilmstars ­Beavis und Butthead auf die Waden. „Fünf Stunden wird das wohl dauern“, sagt Tanviverdi, der einst mit Airbrush anfing und für den Tätowieren eine Kunst ist. Der Kunde muss die fünf Stunden auf dem Bauch liegend ertragen. Er hat einen roten Kopf und stöhnt, dass es in der Hiltruper Stadthalle ziemlich warm sei. „Crossover Tattoo“ heißt das Studio, dessen Mitarbeiter extra für die Hiltruper Messe aus dem griechischen Patras angereist sind. „In unserer Heimat sind wir ziemlich angesagt“, betont Mitarbeiterin Sofia Bouka.

Von Patras aus verkehren viele Fähren nach Italien, neben Touristen zählen daher auch Seeleute zu ihren Kunden. Lieblingsmotiv in Griechenland seien derzeit übrigens Federn, sagt Sofia Bouka. „Sie stehen für Freiheit.“ Besucher der Messe können nicht nur Tattoos, sondern auch Piercings mit nach Hause nehmen. Aus Köln ist Lee Michael Jenkins vom Studio „Abstract Silver“ angereist. „Im Moment sind Piercings in der Lippe und durch die Nasenwand begehrt.“ Er selbst trägt Ringe mit einem Durchmesser von drei Zentimetern in den Ohrläppchen. „In Köln“, sagt er, „gibt es schon Zwölfjährige, die so etwas haben.“

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