Den Alltag vereinfacht
Welle der Hilfsbereitschaft für behinderten Jungen

Münster -

Natalja Epichina strubbelt ihrem Sohn zärtlich durchs blonde Haar. „Alexander hat hier eine Menge gelernt – und wird es zu Hause leichter haben“, sagt die Mutter. Morgen fliegen die beiden zurück in ihre Heimat Rjasan, Münsters russische Partnerstadt.

Dienstag, 18.09.2012, 18:09 Uhr

Den Alltag vereinfacht : Welle der Hilfsbereitschaft für behinderten Jungen
Alexander und seine Mutter Natalja Epichina aus Rjasan freuen sich über die vielen neuen Hilfsmittel und Therapie-Anregungen, die sie im Piepmeyer-Haus erhalten haben. Foto: Oliver Werner

Der 16-jährige Alexander ist seit seiner Geburt schwer behindert, kann selbstständig weder laufen noch stehen oder sitzen, seine Arme kann er nur unkontrolliert bewegen. In Rjasan gab es für den Jungen bisher zwar viele Krankenhausaufenthalte, aber keine Therapien und Hilfsmittel, die sein Leben wirklich verbessert haben, sagt seine Mutter.

Nun hat Alexander im münsterischen Heinrich-Piepmeyer-Haus, unterstützt durch mehrere Therapeuten, wichtige Fortschritte gemacht. Mutter Natalja betreut nicht nur daheim ihren behinderten Sohn, sondern ist auch beruflich in der Behindertenarbeit tätig: „So kann ich, was ich hier gelernt habe, auch an andere Eltern in Rjasan weitergeben“, sagt Natalja Epichina.

Der Kontakt zum Piepmeyer-Haus kam über den Förderverein Münster-Rjasan zustande. Der Verein Herzenswünsche und die Stiftung „Schalke hilft“ vom gleichnamigen blau-weißen Fußballverein übernahmen die Kosten für den Aufenthalt in Münster , unter anderem für die Dolmetscher, die die Therapien begleiteten.

Die Hilfe für Alexander löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, freut sich Günter Schulze Blasum vom Förderverein Münster-Rjasan: Vier Unternehmen spendeten Therapiestuhl, Lifter, ein Korsett, eine Badeliege und einen Sprachcomputer – Hilfsmittel im Wert von Tausenden Euro.

All diese „Helfer“, zusammen mit den neuen Übungen, die Mutter und Sohn im Piepmeyer-Haus unter anderen von den Ergo-Therapeutinnen Andrea Espei und Meike Hirsch lernten, werden den Alltag in Rjasan vereinfachen. Bisher haben die Eltern Alexander immer tragen müssen, nun gibt es den Lifter. Alle Gerätschaften werden morgen nach Rjasan geflogen – übrigens kostenfrei.

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