Fr., 12.10.2012

Bewegte Familienbilder Tag des Amateurfilms im Medienzentrum

Bewegte Familienbilder : Tag des Amateurfilms im Medienzentrum

Im Medienzentrum des Landschaftsverbandes können alte Zelluloid-Filme angesehen werden (v.l.): Ralf Springer, Ragnar Kopka, Marie Heidenreich, Markus Köster und Prof. Elisabeth Timm suchen private Familienfilme – so wie die Bilder von dem kleinen Fratz (kleines Bild) beim Essen. Foto: kv

Münster - 

Erst wird der Tannenbaum geschmückt, dann werden die Kerzen angezündet, darauf wird im festlichen dekorierten Wohnzimmer vor der Blumentapete mit Klavier und Blockflöte musiziert, zum Schluss packen die Kinder die Geschenke aus. Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedt“ könnte nicht schöner sein, als das, was private Amateurfilmer in früheren Jahrzehnten am Heiligen Abend auf Zelluloid gebannt haben. Das Medienzentrum des Landschaftsverbandes sammelt solche Privat-Produktionen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Seminar für Volkskunde der Universität Münster.

Von Karin Völker

Monatelang haben Kulturanthropologen unter Leitung von Prof. Elisabeth Timm und Ragnar Kopka Material gesichtet und dabei das Alltagsleben von Familien untersucht. Und sie räumen gleich mit einem Klischee auf: Väter, von denen es eigentlich heißt, sie seien in den Familien jahrzehntelang durch ihre Rolle als Ernährer abwesend gewesen, sind in den Filmen aus westfälischen Familien „sehr präsent“, so Timm. Schon in den 30er Jahren mit Herrenbadeanzug . . .

Am 20. Oktober (Samstag) laden das Medienzentrum und die Wissenschaftler zum internationalen Tag des Amateurfilms, zum „Home Movie Day“ ein. Dort zeigen die Archivare und die Wissenschaftler Familien-Filmsequenzen aus den Bereichen, Mahlzeiten, Haushalt, Väter und Weihnachten im Wandel der Zeiten.

Info

Der „Home Movie Day“ im Medienzentrum des LWL an der Fürstenbergstraße 14 findet am 20. Oktober von 11 bis 14 Uhr statt.

Weiteres Material wird gesucht. Wer alte Filmrollen, Videobänder oder sonstige bewegte Bilder aus dem Familienfundus auf dem Speicher gefunden hat, Abspielmöglichkeiten oder eine Verwendung sucht, ist eingeladen, seine Schätze im Medienzentrum vorzuführen. Privatleute, die ihr Material für das Archiv zur Verfügung stellen möchten, bekommen eine Kopie auf DVD.

Die Forscher suchen auch aktuelle, digitale Aufnahmen vom heutigen Familienleben. Prof. Elisabeth Timm fragt sich außerdem, wie der Wandel der Technik die Art der Präsentation des Familienlebens im Film beeinflusst hat. Erkennbar sei schon jetzt: „Erwachsene bewegen sich zunehmend mit ihren Kindern auf Augenhöhe.“

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