Mi., 07.11.2012

Streit um fehlende Wohnungen für Studierende Nelles wirft Studentenwerk „Beamten-Mikado“ vor

Streit um fehlende Wohnungen für Studierende : Nelles wirft Studentenwerk „Beamten-Mikado“ vor

Sauer auf das Studentenwerk: Uni-Rektorin Nelles Foto: Günter Benning

Münster - 

Es war „nur“ ein Grußwort – und die Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles fügte auch gleich hinzu: „Ich muss heute noch drei weitere Grußworte halten.“

Von Klaus Baumeister

Gleichwohl nutzte Nelles gestern Morgen das Symposium „Nachhaltigkeit bei Wohnungsgenossenschaften“ dazu, hart mit der aktuellen Wohnungssituation in Münster ins Gericht zu gesehen. Im Mittelpunkt der Kritik stand das Studentenwerk , dem die Uni-Rektorin ein wohnungspolitisches „Be­am­ten-Mikado“ vorwarf: „Wer sich als Erster bewegt, verliert.“

Das Studentenwerk als „Dienstleister“ für studentisches Wohnen habe es versäumt, mit Blick auf die wachsende Zahl von Erstsemestern, Gastdozenten und Austauschstudenten im Rahmen des Erasmus-Programms die Wohnheim-Kapazitäten zu erweitern.

Gisbert Schmitz , Pressesprecher des Studentenwerkes, wies diese Kritik gestern entschieden zurück. „Für zusätzlichen Wohnraum gibt es keine zusätzlichen Mittel“, wies er auf ein grundlegendes Problem hin. Das letzte durch die Landesregierung „vollfinanzierte“ Studentenwohnheim „stammt aus den 1980er Jahren“.

Der Vorwurf der Untätigkeit sei auch deswegen abwegig, „weil wir in den vergangenen 15 Jahren 58 Millionen Euro Eigenmittel in die Modernisierung und Sanierung von Wohnungen investiert haben“. Anders als die Uni selbst komme das Studentenwerk nicht in den Genuss einer umfassenden Landesförderung.

Besonders abträglich sei die Wohnungsnot für prestigeträchtige, internationale Austauschprogramme, so Nelles. Den Ausländern sei es nicht zumutbar, wetterte die Uni-Rektorin gestern vor über 100 Tagungsteilnehmern im Mövenpick-Hotel, im Vorfeld ihres Aufenthalts in Münster „noch zwei bis drei Monate auf Wohnungssuche zu gehen“.

Schmitz erklärte hierzu, dass man der Uni angeboten habe, Wohnheim-Kontingente für bestimmte universitäre Zielgruppen zu reservieren. Eine Übereinkunft sei aber daran gescheitert, dass die Universität nicht bereit sei, das finanzielle Risiko für den Fall zu tragen, dass ein Aufenthalt früher als geplant ende.

Auch beim Thema Konversion habe man Flexibilität gezeigt, erklärte Schmitz. Im Bereich Lütkenbeck seien 36 alte Briten-Wohnungen angemietet worden – jeweils für Dreier-Wohngemeinschaften. Nelles betont hingegen, das Studentenwerk habe bei den Briten-Wohnungen erst auf ihre Initiative hin reagiert. „Die Uni kann nicht auch noch die Aufgabe übernehmen, Wohnraum zu schaffen.“

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