Jeden Tag eine warme Mahlzeit
Viele Münsteraner unterstützen die Spendenaktion „Gib den (Suppen)-Löffel ab“

Münster -

Fast täglich betteln die Rumänin und ihr russischer Freund, die beide aus Scham ihren Namen nicht nennen wollen, für eine warme Mahlzeit auf dem kalten Pflaster der Ludgeristraße. Am Samstag konnten sie sich eine Auszeit gönnen. An der Suppenküche des Straßenmagazins „draußen“ gab es Gulasch-Suppe mit Würstchen und Glühwein.

Mittwoch, 26.12.2012, 12:12 Uhr

Zahlreiche Prominente 
Zahlreiche Prominente  Foto: pesa

Die Bettler freuen sich sehr über die Hilfsbereitschaft. Sabrina Kipp („draußen“) und Birgit Lückemeyer vom Förderverein Münster-Rjasan greifen mit der Kelle tief in de Gulaschkanone. Damit will sich das „draußen“-Team bedanken für den großen Zuspruch auf ihre Spendenaktion „Gib den (Suppen-)Löffel ab“. Ihr Ziel: 60 bis 80 „draußen“-Verkäufern über ein Jahr lang jeden Tag eine warme Mahlzeit zu finanzieren.

„Zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehört täglich mindestens eine warme Mahlzeit“, erläutert Kipp, „immer mehr Menschen fehlt dafür oft das Geld“. Bei der Spendenaktion kann jeder mithelfen und seinen Löffel vorbeibringen. Am Samstag fühlten sich zahlreiche Münsteraner angesprochen, spendeten selbst Schmucklöffel. „Löffelpaten“ können für jeden Löffel einen Euro spenden. Die gesammelten Löffel sollen später zu Kunstwerken verarbeitet, ausgestellt und versteigert werden.

Die Aktion kommt auch über Münsters Stadtgrenzen hinweg an: „ Uri Geller hat uns einen kostbaren verbogenen Löffel gespendet, Stargeiger David Garett und Peter Maffay werden folgen“, freut sich Sabrina Kipp nicht ohne Stolz. Steffi Stephan wird im März 2013 im Jovel sogar eine „Löffel-Party“ organisieren.

Prominente Helfer wie Zoodirektor Jörg Adler schlüpften am Samstag in die Rolle der „draußen“-Verkäufer. Sigi Nasner, dienstältester „draußen“-Verkäufer (seit 1994), füllte die Glühweinreserven der Suppenküche auf. Die bettelnden Punks von der Windthorststraße halfen bei der „draußen“-Aktion, ebenso parteiübergreifende Prominenz aus dem Stadtrat und Ex-Bürgermeister Fritz Krüger: „Die Suppe hier schmeckt fast so gut, wie bei meiner Frau zu Hause“, betonte Krüger am Rande der Aktion.

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