Arbeitsunfall auf Großbaustelle am Landesmuseum
Sturz vom Baugerüst endet für einen 30-jährigen Elektriker tödlich

Münster - Noch am frühen Abend brannte Licht im Foyer des zukünftigen Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte an der Johannisstraße. Die Staatsanwaltschaft hatte die von außen eingerüstete Großbaustelle stillgelegt. Die Polizei sicherte Spuren, um die genaue Todesursache zu ermitteln und ein Fremdverschulden auszuschließen. Das Amt für Arbeitsschutz suchte nach Hinweisen, ob gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde.

Freitag, 01.02.2013, 16:02 Uhr

Arbeitsunfall auf Großbaustelle am Landesmuseum : Sturz vom Baugerüst endet für einen 30-jährigen Elektriker tödlich
Ein junger Mann starb am Freitag bei Elektroarbeiten im Inneren des neuen Landesmuseums. Nach Angaben der Feuerwehr stürzte er aus mehreren Metern Höhe und zog sich dabei schwerste innere Verletzungen zu. Foto: Oliver Werner

Ein schrecklicher Arbeitsunfall hatte sich am Vormittag innerhalb des 50 Millionen Euro teuren Gebäudes ereignet. Ein 30-jähriger Elektriker einer münsterischen Firma stand auf einem Gerüst und hantierte an elektrischen Leitungen. Plötzlich bekam er einen Stromschlag und stürzte offensichtlich erst von einer Leiter und dann von dem Gerüst über mehrere Meter tief zu Boden, wobei er sich schwerste Kopf- und innere Verletzungen zuzog.

Die Polizei und der Rettungsdienst der Feuerwehr  wurden gegen 10.30 Uhr alarmiert. Nach deren Angaben kämpften eine Notärztin und die Sanitäter über eine Stunde um das Leben des  jungen Mannes, der nicht aus Münster kommen soll.  Da der Verunglückte nicht transportfähig war, entschloss sich die Ärztin wegen der starken inneren Blutungen zu einer Notoperation in der Baustelle. Vergeblich. Gegen Mittag konnte trotz der umfassenden Wiederbelebungsmaßnahmen nur noch der Tod des Handwerkers festgestellt werden.

Polizei und Rettungsdienst hielten sich gestern mit Detailinformationen zurück. Ein Grund ist, dass die genaue Todesursache bis zum Abend nicht feststand. „Wir können sie nicht eindeutig klären“, sagte der ärztliche Direktor des Rettungsdienstes, Dr. Andreas Bohn. Offensichtlich starb der Mann an dem Sturz und nicht an dem auslösenden Stromschlag. Näheres soll die angeordnete Obduktion klären.

Tief betroffen zeigt sich der Bauherr des Landesmuseum, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. LWL-Sprecher Frank Tafertshofer übermittelte im Namen von Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirch tiefes Mitgefühl. „Wir sind bestürzt. Unser Beileid gilt den Angehörigen.“

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