Di., 12.03.2013

Ein Leben für Versöhnung und Verständigung Bundesverdienstkreuz für Ruth Frankenthal-Senckel

Das Bundesverdienstkreuz überreichte Oberbürgermeister Lewe gestern Ruth Frankenthal-Senckel.

Das Bundesverdienstkreuz überreichte Oberbürgermeister Lewe gestern Ruth Frankenthal-Senckel. Foto: Matthias Ahlke

münster - 

Für ihr vielfältiges Engagement – unter anderem in der Jüdischen Gemeinde und in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit – wurde Ruth Frankenthal-Senckel ausgezeichnet.

Von Martina Döbbe

Lehrerin, Repräsentantin der Jüdischen Gemeinde Münster , Verfechterin eines ständigen Dialoges und Austausches in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Jugendschöffin, Gründungsmitglied bei „Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V. – und noch vieles, vieles mehr: Die Liste der Aufgaben, Ämter und der mit viel Herzblut übernommenen Betätigungsfelder von Ruth Frankenthal-Senckel ist unendlich lang.

Für Oberbürgermeister Markus Lewe ist es gestern Nachmittag deshalb auch gar nicht so einfach, alles ausführlich zu würdigen. „Sie alle wissen aber, weshalb diese wunderbare Frau hier heute steht“, wendet er sich an die vielen Gäste in der Runde. Das Stichwort „Würde“ ist ihm dabei sehr wichtig: „Ein Wort, das in jeder Beziehung passt. Zu Ihnen und zu Ihrem Engagement“, betont Lewe in der Rüstkammer des Rathauses, wo er der engagierten Münsteranerin das Verdienstkreuz am Bande anheftet. Sie selbst fasst diese Ehrung sehr schlicht in einem einzigen Satz zusammen: „Ich trage dieses Kreuz für meine Eltern, die so viel gelitten haben.“

Ihr Vater und ihre Mutter haben den Holocaust überlebt, viele andere der Familie nicht. „Allein 33 Menschen von der Seite meines Vaters sind umgebracht worden.“ Als sie das mit 15 Jahren erstmals richtig begreift, fragt sie sich schon, ob sie – in Schmallenberg geboren – überhaupt weiter in Deutschland leben wolle. Sie hat sich dafür entschieden. Und auch dafür, einen Weg zu gehen, der heute, in der Rückschau, sicherlich das Motto „ Versöhnung und Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden“ trägt.

Sie hat die Jüdische Gemeinde in Münster mitaufgebaut und jahrelang geleitet, Reisen nach Israel begleitet und hat, so würdigt Pfarrer Jürgen Hülsmann , für die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster „stets als Dolmetscherin jüdischer Anliegen gewirkt“.

Sharon Fehr, Leiter der Jüdischen Gemeinde, dankt ihr dafür ausdrücklich: „Wir sind sehr stolz auf dich“ und wünscht ihr: „Behalte deine Schaffenskraft, ebenso die Freiheit deines Denkens.“ Rabbiner Efraim Yehoud-Desel unterstreicht ihre Überzeugungsarbeit in einem Satz: „Du bist ein strahlendes Licht in Münster.“

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