Mo., 11.03.2013

Münsterische Kriminalstatistik vorgestellt 873 Einbrüche in nur einem Jahr

Münsterische Kriminalstatistik vorgestellt : 873 Einbrüche in nur einem Jahr

Fast doppelt so viele Wohnungseinbrüche wie im Vorjahr registrierte die münsterische Polizei 2012. Lediglich jeden sechsten Einbruch konnte die Behörde aufklären. Foto: Jürgen Christ

Münster - 

873 Einbrüche registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das sind fast doppelt so viele wie 2011. Warum es immer mehr Einbrecher nach Münster zieht - auf diese Frage hat die Polizei derzeit noch keine Antwort.

Von Martin Kalitschke

873 Wohnungseinbrüche wurden im vergangenen Jahr bei der münsterischen Polizei angezeigt – das sind fast doppelt so viele wie 2012. Die Stadt steht damit im NRW-Vergleich ganz weit oben. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt ein Vergleich mit München: Die Bayern-Metropole registrierte im vergangenen Jahr 758 Einbrüche pro 100 000 Einwohner – 2895 waren es hingegen in Münster . Warum ist das so?

Polizeipräsident Hubert Wimber atmete gestern tief durch, als er bei der Präsentation der Kriminalstatistik für das 2012 nach den Gründen für den Einbrecher-Ansturm auf Münster gefragt wurde – und musste dann passen. „Das ist nicht richtig erklärbar“, so Wimber. Vielleicht, so mutmaßte er, zeigen die Münsteraner Einbrüche einfach öfter an als Betroffene in Städten wie München. Oder: Vielleicht konzentrierten sich ja „mobile Tätergruppen“ – also Einbrecher, die in eine Stadt einfallen, Wohnungen ausräumen und dann sofort wieder verschwinden – stärker auf den Norden der Republik.

Immerhin so viel steht fest: Das Polizeipräsidium will die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs zu einem Einsatzschwerpunkt machen. Die Strukturen des eigenen Hauses sollen dafür „kritisch überprüft“ werden, so Wimber.

Nicht einmal jeden sechsten Einbruch konnte die Polizei aufklären – 2009 stellte sie noch jeden dritten Täter. Diese Entwicklung bereitete Peter Sterner, Leiter der Kriminaldirektion, gestern kein Kopfzerbrechen: Im landesweiten Vergleich sei eine Aufklärungsquote von aktuell 17,2 Prozent „gut bis sehr gut“. Im Übrigen: Mit dem aktuellen sprunghaften Anstieg habe sich Münster „nur“ dem Landesdurchschnitt angepasst. Also alles nur halb so schlimm? Nein, sagt Wimber – bei seiner Feststellung, dass Münster ansonsten eine sichere Stadt sei, nahm er den Anstieg der Wohnungseinbrüche ausdrücklich aus.

Ein kräftiges Plus verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr auch bei der Zahl der Tageswohnungseinbrüche – und zwar von 214 auf 392 (2011). Und auch die Zahl der Einbrüche in Büro-, Werkstatt-, Fabrikations- und Lagerräume legte 2012 stark zu – von 224 im Vorjahr auf 320. Zudem stieg die Zahl der Diebstähle aus Hotels, Gaststätten und Kantinen an – von 72 auf 138 gegenüber dem Vorjahr. Schließlich wurden 2012 auch Baustellen häufiger von Langfingern heimgesucht als 2011.

Gar keine guten Nachrichten in Sachen Einbruch? Doch. 4616 Fahrräder wurden als gestohlen gemeldet, so wenige wie seit Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: 2003 wechselten noch 6362 Leezen illegal den Besitzer.

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