Trauer um Ronny Schnitker
Karnevalist starb mit 99 Jahren / Preußen verlieren einen treuen Fan

Münster -

Münsters Karnevalisten und Preußen trauern um Ronny Schnitker. Der langjährige Präsident des Bundes Westfälischer Karneval (BWK) ist am Mittwoch im Alter von 99 Jahren gestorben. „Er war ein Karnevalist durch und durch. Jemand, der sich für das Brauchtum ungeheuer eingesetzt hat“, würdigte ihn der amtierende BWK-Präsident Rolf Schröder.

Sonntag, 21.04.2013, 14:04 Uhr

Ronny Schnitker
Ronny Schnitker Foto: pp

Wilhelm Hieronymus Schnitker , von seinen Freunden kurz Ronny genannt, gilt als Nestor des münsterischen Karnevals . 1932 wurde er Mitglied der KG Freudenthal . Münsters älteste Karnevalsgesellschaft war Schnitkers große Liebe. Der Vollblutkarnevalist verkörperte wie kein anderer den Wiederaufbau der närrischen Strukturen nach dem Zweiten Weltkrieg . So war er Mitbegründer des Bundes Westfälischer Karneval 1949 im Kaiserhof.

Später wechselte Ronny Schnitker von der Bütt ins Narren-Büro. Er war 14 Jahre lang Präsident des Bundes Westfälischer Karneval (1963 bis 1977) und sechs Jahre lang Schatzmeister des Bundes Deutscher Karneval. Er war angesichts seiner Verdienste um die Narretei Träger des höchsten Goldordens mit Brillanten des Bundes Deutscher Karneval und Ehrenpräsident des BWK. „Viele Karnevals-Gesellschaften haben ihre Gründung seiner Initiative zu verdanken“, bilanziert BWK-Ehrenpräsident Diethardt Oeding. Das wissen vor allem die „Fidelen Bierkutscher“ zu schätzen, den Namen hatte Schnitker ausbaldowert. „Er hatte damals die Maroditen von Rheingold dazu angestiftet, als Sangesbrüder im Karneval aufzutreten. Zudem war Schnitker der erste Träger der Goldenen Peitsche, nachdem er diesen „Nobelpreis der Narretei“ mit initiiert hatte.

Schnitker fühlte sich als Münsteraner von der Hammer Straße natürlich dem SC Preußen eng verbunden, dessen Ehrenmitglied und einziger Träger der Goldenen Vereinsnadel mit Brillanten er war. Als Elfjähriger hatte Schnitker noch auf dem alten Preußenplatz am Münstermannweg gekickt und 1926 mit der Schippe in der Hand am damals neuen Stadion mitgebaut, wo er über 2000 Fußballspiele sah. Seit 1925 war er Mitglied des Traditionsvereins. Als die Preußen 1951 Deutscher Vizemeister wurden, saß er neben Theo Lingen auf der Bank und schwenkte begeistert die Preußen-Fahne. So wie sein Leben lang.

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