Do., 16.05.2013

Großfahndung nach geflüchteten Tätern Juwelier Oeding-Erdel in Münster überfallen

Juwelier Oeding-Erdel

Der Juwelier Oeding-Erdel an Münsters Prinzipalmarkt ist überfallen worden. Foto: Ralf Repöhler

Münster - 

Dreister Überfall am helllichten Tag in Münsters guter Stube: Während der Prinzipalmarkt voll von Menschen ist, haben zwei noch unbekannte Täter gegen 12.30 Uhr versucht, den Juwelier Oeding-Erdel zu überfallen. Dabei setzten sie Reizgas ein, wodurch drei Menschen verletzt wurden.

Von Dirk Anger und Ralf Repöhler

Über soviel kriminelle Dreistigkeit staunt selbst „Wilsberg“-Erfinder Jürgen Kehrer, der gerade vor dem „Pfefferkorn“ einen Kaffee trinkt, als bislang unbekannte Männer das Juweliergeschäft Oeding-Erdel auf der anderen Straßenseite des Prinzipalmarktes überfallen. „Wilsberg wäre vermutlich hinterher gelaufen“, mutmaßt der Krimiautor, als er einen der Täter, der eine auffällig gelbe Windjacke mit dem Schriftzug „Hawks“ trägt, direkt an sich vorbeiflitzen sieht.

Nach Polizeiangaben haben zwei 25 bis 30 Jahre alte Männer am Donnerstag gegen 12.30 Uhr versucht, den exklusiven Juwelier unter den Bögen auszurauben. Sie setzen dabei Reizgas ein, wodurch ein Kunde, Mitarbeiter und der Wachmann von Oeding-Erdel Verletzungen an den Augen erleiden und ärztlich behandelt werden müssen.

Vor den Augen von 300 Zeugen

Der versuchte Raubüberfall ereignet sich vor über 300 Zeugen auf der anderen Straßenseite, die in der Mittagszeit vor „Stuhlmacher“ und dem „Pfefferkorn“ sitzen. Vielen denken, dass gerade eine Szene für den Wilsberg“-Krimi gedreht wird, so wie am Dienstag auf dem Prinzipalmarkt. „Der Überfall hat keine zwei Minuten gedauert“, sagt der stellvertretende Geschäftsleiter Udo Fastermann. Dann seien die Täter auch schon geflüchtet – ohne Beute gemacht zu haben, was einem Kunden und dem Wachmann zu verdanken ist.

Reizgas ermöglicht die Flucht

Wie Udo Fastermann schildert und die Polizei am Abend bestätigt, hat ein unmaskierter Täter – als Kunde getarnt – das mit sechs Mitarbeitern und einigen Kunden gut gefüllte Ladenlokal betreten. Der zweite Mann, der eine Schusswaffe in der Hand hält, habe sich noch im besonders gesicherten Eingangsbereich einen Sturmmaske übers Gesicht gezogen. Der Wachmann (50), ein Mitarbeiter (25) und ein Kunde (33) drückten die Eingangstür von innen zu.

Da greift der andere Täter das Trio plötzlich von hinten an und sprüht den Männern aus nächster Nähe das Reizgas in die Gesichter. Der Fluchtweg ist frei – beide Täter suchen eilig das Weite. Dabei stößt einer mit einem Passanten zusammen, wobei sich ein Schuss löst und erneut Reizgas entweicht.

Juwelier bereits 2010 überfallen

Zuletzt ist der Juwelier 2010 überfallen worden. Fastmann bekommt in seinem Büro über dem Geschäft den Krach mit und drückt den Notfallknopf. Wenige Minuten später stehen sechs Polizeiautos und zwei Feuerwehrfahrzeuge, die wegen eines Gas-Alarms gerufen werden, vor der Tür. Eine Großfahndung wird sofort eingeleitet. Wenig später stürmen die Einsatzkräfte den Hauptbahnhof, weil ein Täter dort gesichtet worden sein soll – ein Fehlalarm. Der Prinzipalmarkt bleibt bis 13.45 Uhr zwischen Petzhold und Rathaus gesperrt.



Widersprüchliche Zeugenaussagen

Ursula Höing ist vollkommen geschockt. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt die Hiltruperin, die mit einer Freundin bei „Stuhls“ vor der Tür sitzt. Sie ist sicher: „Der kräftige Kerl mit der auffällig gelben Jacke“, der an ihrem Tisch vorbeigerannt sei, hatte eine Waffe in der Hand. "Mir ist fast die Tasse aus der Hand gefallen."

Täterbeschreibung

Die Unbekannten werden wie folgt beschrieben: Der unmaskierte Täter im Juweliergeschäft ist ca. 170 cm groß, ca. 25 Jahre alt, schlank mit sportlicher Figur und Brillenträger. Er trug zur Tatzeit eine dunkele Jeans, eine hellbeige Windjacke sowie ein hellbeiges Baseball-Cap.

Der maskierte Täter ist ca. 185 cm groß, 25 bis 30 Jahre alt, leicht untersetzt, und hat rötliche Haare. Er trug zur Tatzeit eine blaue Jeans, eine auffällige gelbe Windjacke mit der Aufschrift HAWKS und einem kreisrunden, weißroten Emblem eines stilisierten Greifvogelkopfes auf der Rückseite. Als Maske nutzte er eine schwarze Sturmhaube.

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