Neues Seelöwen-Aquarium im Zoo ein Erfolg
Ansturm auf „Robbenhaven“

Münster -

Die Trauer über den Abzug der Delfine hält sich bei den Verantwortlichen im Allwetterzoo in Grenzen. Seit im neuen Aquarium „Robbenhaven“ Seelöwen ihr Können zeigen, haben die Besucherzahlen sogar noch zugelegt. Dies berichtet Zoo-Chef Adler.

Mittwoch, 05.06.2013, 10:06 Uhr

Wo bis vor einigen Monaten Delfine ihre Kunststücke zeigten, schwimmen nun Seelöwen in „Robbenhaven“.
Wo bis vor einigen Monaten Delfine ihre Kunststücke zeigten, schwimmen nun Seelöwen in „Robbenhaven“. Foto: Oliver Werner

Der Allwetterzoo hat den Abzug des Delfinariums bislang gut verkraftet. Seit Anfang des Jahres gingen die Besucherzahlen nicht zurück, sondern zogen sogar an, berichtet Zoo-Direktor Jörg Adler. „Als einer von wenigen Zoos in Deutschland verbuchten wir zwischen Januar und Mai ein Besucher-Plus“, so Adler am Dienstag. Bereits 2012 lagen die Zahlen über denen des Vorjahres, das genaue Ergebnis werde der Allwetterzoo in den kommenden Wochen der Öffentlichkeit präsentieren.

Seit Februar heißt das ehemalige Delfinarium „ Robbenhaven “. Wie schon der Name sagt, zeigt hier nun eine Robbenart ihr können – genauer: zehn kalifornische Seelöwen . In den kommenden Monaten plant der neue Besitzer Investitionen in die Ausstattung der Einrichtung, Details stellte er am Dienstag in der Sitzung des Aufsichtsrates des Allwetterzoos vor. Es gehe darum, „Robbenhaven“ attraktiver zu gestalten.

»Der Weggang der Delfine hat keinenegativen Auswirkungen für den Allwetterzoo gehabt.«

Jörg Adler

Inzwischen finden in „Robbenhaven“ mehrere interaktive Shows am Tag statt, bei denen die Verschmutzung der Weltmeere thematisiert wird. Die Vorführungen kommen bei den Besuchern gut an, sagt Jörg Adler.

Tierschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder die Haltung von Delfinen in Zoos kritisiert. Dass sie sich nach dem Abzug der Delfine nun auf die kalifornischen Seelöwen fixieren könnten, glaubt Adler nicht. „Seelöwen gibt es in fast jedem Zoo der Welt“, so Adler. Da sie sich auch auf dem Land aufhalten, seien sie deutlich einfacher zu pflegen als Delfine. „Wer Nein zu Seelöwen sagt, der sagt auch Nein zu Zoos.“

Für das Publikum seien Seelöwen mindestens genauso interessant wie Delfine, betont der münsterische Zoo-Chef. Und sie seien nicht weniger intelligent. „Delfine umgibt ein Nimbus“, glaubt er. Dass sie immer wieder im Interesse von Tierschützern stehen, sei auch „eine emotionale Geschichte“.

In der Arena von „Robbenhaven“ zeigen neben Seelöwen aus Münster auch Nachzüchtungen aus anderen Zoos ihr Können. „Der Weggang der Delfine hat bislang keine negativen Auswirkungen für den Allwetterzoo gehabt“, fasst Adler die Entwicklung der letzten Monate mit Erleichterung zusammen.

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