Sa., 01.06.2013

Podiumsveranstaltung zu Liberia Friedenssicherung ist nur der Anfang

Intensiver Meinungsaustausch: Andrea Cordes (UN Women), Max Fritschen (bis 2012 UNMIL Polizei), Winfried Nachtwei (DGVN), Tobias Pietz (Zentrum für Internationale Friedenseinsätze), unser Redakteur Gunnar Pier.

Intensiver Meinungsaustausch: Andrea Cordes (UN Women), Max Fritschen (bis 2012 UNMIL Polizei), Winfried Nachtwei (DGVN), Tobias Pietz (Zentrum für Internationale Friedenseinsätze), unser Redakteur Gunnar Pier. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

In manchen der weltweit über 50 Friedensmissionen gilt schon die Abwesenheit von Krieg als Erfolg. In Liberia, wo bis 2003 ein unbarmherzig geführter Bürgerkrieg die Menschen geißelte, wäre dies in einer Zeit des Wiederaufbaus und der Suche nach Stabilität zu wenig. Doch wie stehen die Chancen für Frieden und Entwicklung in der westafrikanischen Republik? Das war Thema einer Podiumsveranstaltung in der WN-Redaktion.

Von Wolfgang Kleideiter

In manchen der weltweit über 50 Friedensmissionen gilt schon die Abwesenheit von Krieg als Erfolg. In Liberia , wo bis 2003 ein unbarmherzig geführter Bürgerkrieg die Menschen geißelte und das Land tief in den Strukturen schädigte, wäre dies in einer Zeit des Wiederaufbaus und der Suche nach Stabilität zu wenig. Doch wie stehen die Chancen für Frieden und Entwicklung in der westafrikanischen Republik, die trotz reicher Erzvorkommen und eines günstigen Klimas zu den ärmsten Regionen der Welt gehört?

Mit Prognosen hielten sich die Experten am Podium im Medienhaus Aschendorff zurück. Aber sie ermöglichten auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) einen Blick auf die heutige Lage Liberias, das seit 2006 von der Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sir­leaf regiert wird. Unser Redaktionsmitglied Gunnar Pier steuerte zahlreiche Fotos und persönliche Eindrücke bei.

Max Fritschen, lange Zeit Mitglied im deutschen Polizeikontingent der UNMIL (UN-Mission in Liberia), und Tobias Pietz vom Zentrum für Internationale Friedenseinsätze waren sich vor allem in einem Punkt einig: Auch im Fall Liberia, wo Stammesfehden und ethnische Konflikte Auslöser des 14-jährigen Kriegs waren, muss der Friedenseinsatz pragmatisch die traditionellen Mechanismen vor Ort mit einem übergreifenden Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und Humanität verbinden. Friedenssicherung nach rein westlicher Vorstellung könne in Liberia, wo es trotz des hohen Anteils der Christen nach wie vor einen Hang zu Naturreligionen gebe, nicht erfolgreich sein. Und den Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption könne man nur dann gewinnen, wenn Grundlöhne zum Leben reichen und das Land über reale Steuereinnahmen verfügt.

Dass vom Krieg massiv betroffene, aber mutige Frauen den Friedensschluss in Liberia beförderten, betonte Andrea Cordes von UN Women. Aber: In der Politik, in der Polizei und Justiz sei es noch ein weiter Weg, die Frauenrechte zu sichern.

Winfried Nachtwei, Mitglied im DGVN-Bundesvorstand, gab nach den realistischen Annäherungen seinen Eindruck wieder: Liberia gehöre beim Weg vom Krieg zum dauerhaften Frieden zu den positiven Beispielen auf dem Globus.

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