Di., 30.07.2013

Mit Seelöwen auf der Erfolgswelle Allwetterzoo: Robben stehlen abgetauchten Delfinen die Show

Münster - 

Die neun Seelöwen im früheren Delfinarium sind die neue Attraktion im Allwetterzoo. Die putzigen Meerestiere begeistern in ihrer ersten Sommersaison und haben den Delfinen, die in die Niederlande abgetaucht sind, längst die Show gestohlen.

Von Ralf Repöhler

Die Delfine sind abgetaucht. Nach Harderwijk in den Niederladen. Das Publikum im Allwetterzoo Münster scheint die Tümmler allerdings nicht großartig zu vermissen – neun Seelöwen haben den Delfinen längst die Show gestohlen.

Die ersten 200 000 Euro sind aus der Tasche der privaten Betreiber Henk und Liliane Hiddingh geflossen, um das von Umweltschützern häufig kritisierte Delfinarium in das neue „ Robbenhaven “ umzugestalten. Neue Kulissen sind gebaut worden, zwei Holzhäuschen stellen den kleinen Hafen direkt am Wasserbecken dar. Dazu kommen neue Filteranlagen, Leitungen und Pumpen. Demnächst sollen die Tribüne, der Souvenirladen und die sanitären Anlagen generalüberholt werden.

Für die Seelöwen ist es die erste Sommersaison im Zoo. Die vier Vorstellungen am Tag werden gut besucht – gerade jetzt in den Ferien. Der Delfinarium-Nachfolger trägt nicht unerheblich dazu bei, dass die Besucherzahlen im Gegensatz zu vergleichbaren Zoos auf einem hohen Niveau liegen. Deutlich über 900 000 Gäste werden es am Jahresende wieder sein, prognostiziert Zoodirektor Jörg Adler. Und darüber freut sich auch „Robbenhaven“, denn von jedem Zoobesucher erhält das kleine Privatunternehmen auf dem Zoogelände „ein bisschen mehr als einen Euro“, wie Henk Hiddingh erläutert. „Das deckt die laufenden Kosten, nicht aber den Umbau“, sagt er.

Der Niederländer, der früher Zoodirektor in Emmen war und daher Adler gut kennt, stieg vor einem Jahr mit seinem Projekt „Robbenhaven“ ein. Der Vertrag läuft bis 2024.

Fünf Trainer arbeiten mit den Seelöwen, die meisten Tiere sind neu in Münster. Elf Robben werden es irgendwann mal sein, dazu sollen sich noch Meerespelikane gesellen. Die Seelöwen tauchen auf und ab, drehen Pirouetten, laufen auf ihren Flossen und winken damit ins Publikum, busseln sich – und geben obendrein noch Umwelttipps. In der Show geht es um „Saubere Meere“. Die Seelöwen fischen Plastik-Kanister aus dem Becken – als Sinnbild für den Dreck in den Ozeanen. Jedes Jahr landen sieben Millionen Tonnen Müll im Meer. Damit muss Schluss sein, lautet die Öko-Botschaft aus „Robbenhaven“. Das hätte auch den Delfinen gefallen. 

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