Mi., 11.09.2013

„Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ Rechtsrock ist oft Einstiegsdroge

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat in Kooperation mit den „Deviants Ultras“ und dem Fanport des SC Preußen Münster den Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ nach Münster geholt (v. l.): Peter Ohlendorf, Regisseur des Films, und Carsten Peters, Sprecher des Bündisses.

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat in Kooperation mit den „Deviants Ultras“ und dem Fanport des SC Preußen Münster den Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ nach Münster geholt (v. l.): Peter Ohlendorf, Regisseur des Films, und Carsten Peters, Sprecher des Bündisses. Foto: Julia Kwiatkowski

Münster - 

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat in Kooperation mit den „Deviants Ultras“ und dem Fanport des SC Preußen Münster den Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ nach Münster geholt.

Von Julia Kwiatkowski

Es sind skurrile Szenen, die das Publikum im Schloßtheater betrachtet: Ein Liebeslied für Rudolf Hess mit anschließendem Hitler-Gruß und Nazi-Parolen, ein Rechtsrock-Konzert im „Casa Latina“, dessen Besitzerin die eindeutig rechte Musik verbietet, Schlager laufen lässt und ihre rechtsradikalen Gäste dennoch nicht verliert, weil diese sich dann eben mit einer Polonaise zu Wolfgang Petry begnügen. Es sind Szenen, die der Undercover-Spezialist Thomas Kuban jahrelang in der Rechtsrock-Szene heimlich gefilmt hat.

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat in Kooperation mit den „Deviants Ultras“ und dem Fanport des SC Preußen Münster den Film samt Regisseur nach Münster geholt. Auch den Fußballfans war die Aufklärung, die der Film leistet, sehr wichtig, so Carsten Peters, Sprecher von „Keinen Meter den Nazis“. So manch gewaltaffiner Fußballfan steige über diese Musik in das Nazi-Milieu ein. 

Der Autor und Produzent Peter Ohlendorf reist seinem Film im Rahmen von Aktionstagen hinterher. „Es ist eine Art Wanderkino mit neuen Möglichkeiten“, erklärt Ohlendorf sein Konzept. Er ist dabei und führt nach der Aufführung Gespräche mit dem Publikum: „So bleibt der Film nicht nur auf der Leinwand kleben.“

Ein Konzept, das aufgeht. In der Diskussion nach dem Film wollen die Zuschauer vieles wissen. Auch, wieso ausgerechnet dieser Film nicht gefördert wurde. Das, sagt der Regisseur, verstehe er selbst nicht: Kein Sender wollte den Film haben. „Und ohne Sender gibt es keine Filmförderung“, daran sei er gescheitert.

Die Lichtblicke treiben ihn jedoch an. „Es geht schrittweise voran und der ein oder andere wacht auf.“ Denn dass Musik für alle Altersgruppen die Einstiegsdroge in solche Milieus sein könne, zeigen auch die Undercover-Szenen aus Ungarn. Die Ideologie ist in der Musik mit einer Mischung aus Folklore und rechtsradikalen Texten so verpackt, dass auch Oma und Opa auf den Rechtsrock-Festen mittanzen. Ohlendorf warnt: „Wenn es schiefgeht, kann das auch in Deutschland die Entwicklung sein.“

Peter Ohlendorf ist mit seinem Wanderkino auch weiter auf Tour: am 28. November und am 11. Dezember auch wieder in Münster.

 

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