Mo., 14.10.2013

Interview mit Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles zum Semesterbeginn Jetzt darf es losgehen

Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles sieht dem Semesterstart optimistisch entgegen.

Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles sieht dem Semesterstart optimistisch entgegen. Foto: WWU

Münster - 

Am heutigen Montag beginnt die Vorlesungszeit im Wintersemester: Start auch für rund 6000 Erstsemester an der Universität Münster. Der zu erwartenden Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs hat auch die Uni Münster, derzeit viertgrößte Hochschule Deutschlands, schon Jahre im Voraus beschäftigt.

Von Karin Völker

Können die Anfänger nun mit einem wohlgeordneten Start in den neuen Lebensabschnitt rechnen? Universitätsrektorin Prof. Ursula Nelles zeigt sich im Gespräch mit WN-Redakteurin Karin Völker optimistisch.

Der Doppeljahrgang fängt nun mit dem Studium an. Können Sie die vielen Erstis am Mittwoch ganz entspannt begrüßen?

Jennifer Auris Otto, 22, Englisch und Pädagogik

Jennifer Auris Otto, 22, Englisch und Pädagogik Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Aber sicher. Natürlich standen auch wir in den vergangenen Jahren mehr als üblich unter Spannung. Wir haben das Plus an Studierenden aber vor allem als Herausforderung auf vielen Feldern angesehen, etwa bei der Bearbeitung der mehr als 90 000 Bewerbungen oder im Baubereich. Wir haben uns seit Jahren gründlich auf diesen Zeitpunkt vorbereitet – jetzt darf es gerne losgehen.

Werden die Erstis und auch die älteren Studierenden also nicht im Hörsaal stehen müssen?

Christian Werner, 20, Wirtschaftsinformatik

Christian Werner, 20, Wirtschaftsinformatik Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Kleine Startschwierigkeiten sind wie in jedem Wintersemester nicht ausgeschlossen. Aber wir haben mit Blick auf die steigenden Studierendenzahlen gerade darauf Wert gelegt, dass es ausreichend Platz für alle gibt. So haben wir beispielsweise den größten Hörsaal im Schloss, den S 10, rechtzeitig renoviert und bereits im Jahr 2011 wiedereröffnet. Wir bauen derzeit am Orléansring ein neues Hörsaalgebäude, das im

Klara Grell, 18 Geografie

Klara Grell, 18, 1-Fach-Bachelor Geographie Foto: Dirk Trompeter

November fertig sein und damit in Kürze allen Fachbereichen zur Verfügung stehen wird, etwa für Blockveranstaltungen oder Prüfungen. Wir haben zudem in den vergangenen beiden Jahren alle rund 220 Gebäude der Universität detailliert durchforstet und auf diese Weise Reserven mobilisiert. Es gab Räume, die nur zu bestimmten Zeiten genutzt wurden und ansonsten zeitweise leer standen – das haben wir geändert.

Stimmt es, dass die Universität auch Gebäude nutzt, für die schon neuer Ersatz gebaut wurde, beispielsweise das der Pharmazie an der Hittorffstraße?

Marvin Treus, 17, Wirtschaftswissenschaften

Marvin Treus,  17, Wirtschaftswissenschaften Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Genau, dieses und andere Gebäude, wie etwa den Hörsaal der ehemaligen Geowissenschaften, nutzen wir noch, solange wie die Studierendenzahlen so hoch bleiben. Und wenn sich manches Gebäude nicht als Lehrgebäude eignet – wir brauchen ja auch Büros für die jetzt vorzeitig berufenen Professoren.

Haben Sie Stellen jetzt doppelt besetzt?

Luisa Reher, 20, Geografie

Luisa Reher, 20, Geografie Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Ja, denn auch auf diese Weise können wir die aktuellen ,Spitzenzeiten` abfedern. Für sieben Professuren in besonders stark nachgefragten Fächern, die eigentlich erst in den nächsten Jahren neu zu besetzen wären, haben wir bereits die Nachfolger berufen und so für die Phase des nordrhein-westfälischen Doppel-Jahrgangs eine Doppelbesetzung realisiert. Wir können damit mehr Lehrveranstaltungen anbieten.

Lukas Felix Elkemann, 19, Physik

Lukas Felix Elkemann, 19, Physik Foto: Dirk Trompeter

Gibt es trotz aller guten Vorbereitung Fachbereiche, an denen es ab jetzt besonders voll sein wird?

Nelles: Die endgültigen Anfängerzahlen kennen wir noch nicht. Sollte es zu Engpässen kommen, sind wir aber in der Lage, schnell zu reagieren und für Abhilfe zu sorgen. Wenn sich im Übrigen herausstellt, dass an einzelnen Fachbereichen mehr als zehn Prozent Studierende zusätzlich aufgenommen wurden, gibt es auch zusätzliche Mittel.

Johannes Samojlow, 21, Wirtschaftsinformatik

Johannes Samojlow, 21, Wirtschaftsinformatik Foto: Dirk Trompeter

Fühlt sich die Universität bei der Bewältigung des Studierendenansturms gut vom Land unterstützt?

Ira Schaefers, 19, Betriebswirtschaftslehre

Ira Schaefers, 19, Betriebswirtschaftslehre Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Zwischen der Universität Münster und dem Land Nordrhein-Westfalen gibt es mit dem Hochschulpakt II ein festes Regelwerk zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs. Alle Parteien haben die entsprechenden Zusagen eingehalten, wir haben somit Planungssicherheit.

Die Universität versucht derzeit auch, aus dem Haushaltsdefizit herauszukommen und spart. Werden die Studierenden die grundsätzliche Finanzknappheit nicht zu spüren bekommen?

Patricia Dankert, 19, Betriebswirtschaftslehre

Patricia Dankert, 19, Betriebswirtschaftslehre Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Die öffentlichen Hochschulen sind strukturell unterfinanziert – das Problem besteht überall und nicht erst seit diesem Wintersemester. Wir erhalten nicht mehr Geld vom Staat, obwohl unsere Ausgaben beispielsweise für Energie ständig steigen. Wir werden aber alles daran setzen, dass die Studierenden möglichst wenig davon spüren.

Sie werden die Erstsemester am Mittwoch in zwei Veranstaltungen hintereinander begrüßen. Werden Sie dem doppelten Jahrgang etwas anderes mit auf den Weg geben als den Anfängern der Vorjahre?

Niklas Grüneberg, 21, Mathematik und Sport

Niklas Grüneberg, 21, Mathematik und Sport Foto: Dirk Trompeter

Nelles: Nein, wir werden die Erstsemester mit der gewohnten Mischung aus Unterhaltung und Information im Hörsaalgebäude am Schlossplatz begrüßen. Wir haben in diesem Jahr noch mehr Taschen als Begrüßungsgeschenk bestellt, damit auch wirklich jeder eine bekommt.

Im vergangenen Jahr waren die Ersti-Taschen grün, Welche Farbe hat der Doppeljahrgang?

Nelles: Diese Frage hören wir jetzt oft. Aber sorry, das ist bis Mittwoch noch ein Geheimnis. Nur so viel: Die Tasche des Doppeljahrgangs leuchtet sehr fröhlich.

Idris Yakar, 22, Sport

Idris Yakar, 22, Sport Foto: Dirk Trompeter

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