Mi., 09.10.2013

Mitarbeiter am Nachmittag unterrichtet EVK Münster schließt die Geburtshilfe

 

  Foto: Colourbox

Münster - 

Das Evangelische Krankenhaus (EVK) im Kreuzviertel schließt zum Ende des Jahres seine geburtshilfliche Abteilung. Am Mittwochnachmittag wurden die Mitarbeiter über diesen Schritt informiert. Entlassungen seien nicht geplant, , heißt es in einer Mitteilung des EVK. Das Krankenhaus will sich stärker auf den altersmedizinischen Bereich fokussieren.

Für Manfred Witkowski , Geschäftsführer des EVK, kam die Nachricht zwar überraschend, aber doch absehbar. In einer Pressemitteilung des EVK wird der EVK-Geschäftsführer mit den Worten zitiert: „Zum Ende des Jahres hat eine gynäkologische Praxis, die als Belegärzte die gynäkologische und geburtshilfliche Abteilung zusammen mit einer anderen Praxis betreibt, den Vertrag mit uns aufgekündigt. Die Belastungen durch die immens gestiegenen Beiträge der Haftpflichtversicherungen führten zu diesem Schluss.“

500 Geburten pro Jahr

Die geburtshilfliche Abteilung ist in Münster sehr beliebt. Die freundliche, familiäre Atmosphäre und die Nähe zu der Hebammenpraxis im Innenhof der Klinik führten zu der für dieses kleine Haus beeindruckenden Geburtenzahl von ca. 500 im Jahr. Diese Quantität und der damit eng verbundene Anspruch sind für die Praxis Dr. Leyh-Bannurah / Dr. Hofmann allein nicht zu gewährleisten, daher wird die geburtshilfliche Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Johannisstift Münster zum Ende des Jahres nicht mehr betrieben, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dr. Leyh-Bannurah betont: „Gynäkologische Operationen werden jedoch von unserer Praxis weiterhin wie bisher im EVK durchgeführt.“

Die Geschäftsführung erklärt: „Die Schließung der Geburtshilfe ist für uns alle eine sehr schwere Entscheidung, da wir sie über so viele Jahre gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und den kooperierenden Praxen betrieben haben, die von gegenseitiger Achtung und enger Zusammenarbeit aller Berufsgruppen geprägt war.“

„Keine Entlassungen geplant“

„Wir werden für alle unsere Mitarbeiter eine individuelle Lösung finden – es sind definitiv keine Entlassungen geplant!“, Geschäftsführer Witkowski betont dies ausdrücklich. „Unsere Mitarbeiter sind über Jahre und Jahrzehnte mit uns verbunden und wir sehen uns ihnen gegenüber in der Verantwortung.“

„Müssen unser Profil schärfen“

Für das kommende Jahr ist die weitere Schärfung des Profils der Klinik als umfassender Anbieter aller Leistungen für die Klientel des älteren Patienten in Planung. Hier kann auf ein Jahrzehnt geriatrische Erfahrung zurückgegriffen werden. Neben den klassischen altersmedizinischen Leistungen sind in allen Bereichen des Hauses für die Behandlung des alten Menschen spezifizierte Angebote bereits vorhanden. Eine besonders große Anzahl von Ergo- und Physiotherapeuten sowie Sozialarbeiter und Schmerztherapeuten ergänzen hier das ärztliche Können. Auch die chirurgischen, gynäkologischen und anästhesiologischen Abteilungen haben ihr Spezialwissen in der Behandlung dieser Bevölkerungsgruppe ausgeweitet und sind in Münster für diesen Bereich führend, heißt es in der Pressemitteilung des EVK.

„Wir müssen uns als Krankenhaus weiter spezialisieren, um im Wettbewerb bestehen zu können“, erläutert der Ärztliche Direktor Dr. Peter Kalvari . „Eine weitere Zusammenarbeit mit der gynäkologischen Belegabteilung des Hauses bleibt bestehen.“

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