Mi., 16.10.2013

Wohnungen für Studenten in Münster Selbst das Notquartier ist voll

Alex K. studiert Mathe und Chemie. Der junge Mann aus Hamburg wohnt vorerst im Notquartier des Studentenwerks in den Wohnheimen am Wilhelmskamp.  

Alex K. studiert Mathe und Chemie. Der junge Mann aus Hamburg wohnt vorerst im Notquartier des Studentenwerks in den Wohnheimen am Wilhelmskamp.   Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Das Notquartier des Studentenwerks in einem Studentenwohnheim am Wilhelmskamp ist voll, viele Erstsemester suchen noch nach einer dauerhaften Bleibe. Insgesamt aber ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt weniger schlimm als befürchtet, heißt es im AStA und bei der Stadt.

Von Karin Völker

19 junge Leute verbringen zurzeit die Nächte der ersten Woche ihres Studentenlebens hinter provisorischen Stoff-Sichtschutzwänden. Für sie bestätigt sich der schlechte Eindruck vom münsterischen Wohnungsmarkt, der den lang gehegten Befürchtungen entspricht. Die Erstsemester campieren im momentan voll besetzten Notquartier des Studentenwerks am Wilhelmskamp, Orléans-Ring / Ecke Steinfurter Straße, für fünf Euro pro Nacht.

„So eng wie seit Anfang bis Mitte der 90er-Jahre nicht mehr“

Es gibt aber Alternativen: Zum Beispiel Sofas in Mauritz, Kinderhaus oder Gievenbeck in WGs – die andere Studenten zeitweise kostenlos zur Verfügung stellen. Oder ein WG-Zimmer in Berg Fidel, in Häger oder noch weiter außerhalb, Beckum oder Altenberge zum Beispiel. Uwe Warda kümmert sich im AStA seit vielen Jahren um die Wohnbörse, und hat einen guten Überblick über die Entwicklung am studentischen Wohnungsmarkt. Sein Fazit zwei Tage nach Semesterstart: „Es ist momentan so eng wie seit Anfang bis Mitte der 90er-Jahre nicht mehr“, sagt er. Auch Zimmer weit außerhalb werden nach seiner Erfahrung zurzeit vermietet, solange sie halbwegs gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar seien. Insgesamt hätte es nach Wardas Einschätzung in diesem Doppel-Abi-Jahr noch viel schlimmer kommen können. „Es sieht so aus, als kämen wir mit einem blauen Auge davon“, sagt er und fügt hinzu: „Weil wir diesmal auch ganz besondere Anstrengungen unternommen haben.“

  Foto: Jürgen Christ

Aktion „Studierzimmer“ sorgte seit Januar für 955 Angebote

„Hilfsbereitschaft“, „Gastfreundschaft“, so wird großformatig von Stadt und Hochschulen an den Bushaltestellen derzeit um die Solidarität der Münsteraner geworben, Wohnraum an Studierende zu vermieten. Die Aktion „Studierzimmer“ hat seit Januar 955 Angebote auf die Internet-Plattform des AStA, „Das Brett“, gespült, allein 233 im August, nachdem ein Student ein Wochenende lang publikumswirksam in einem Kaufhaus-Schaufenster wohnend auf den Zimmerengpass aufmerksam machte. Rainer Leskow vom städtischen Wohnungsamt, der die Aktion „Studierzimmer“ begleitet, hat Bedenken vieler älterer Münsteraner gegen junge Mieter ausgeräumt, wie er erzählt. Viele haben sich, nachdem die Zimmer der ausgezogenen Kinder viele Jahre leer standen, durchgerungen, an Studenten zu vermieten“, sagt Leskow. Seit Jahresbeginn seien 1100 zusätzliche Wohnplätze für Studierende auf den Markt gekommen, 600 durch das Studentenwerk und Zimmer in den ehemaligen Häusern der britischen Armee, 500 durch Neubauten von privaten Investoren. Letztere seien in aller Regel deutlich teurer als Zimmer beim Studentenwerk“, sagt Leskow – aber auch nachgefragt.

Das Studentenwerk Münster vermietet derzeit 5366 Wohnplätze – momentan sind alle vergeben. Darin enthalten sind auch 135 im ersten, zu Semesterbeginn fertiggestellten Teil des Neubaus an der Boeselagerstraße. „Weitere 134 werden“, so Gisbert Schmitz, Sprecher des Studentenwerks, „im November fertig“.

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