Mi., 16.10.2013

Erstsemester auf Wohnungssuche Eine Odyssee – aber erfolgreich

Jan und Julia suchten intensiv ein Dach über dem Kopf. Nach über 40 Wohnungsbesichtigungen hatten sie Glück.

Jan und Julia suchten intensiv ein Dach über dem Kopf. Nach über 40 Wohnungsbesichtigungen hatten sie Glück. Foto: dt

Münster - 

Als Studienanfänger in Münster eine Bleibe zu finden, ist bekanntlich kein Zuckerschlecken. Die WN haben die beiden Erstsemester Jan Plettenberg und Julia Koppelmann auf ihrer mühevollen und nervenaufreibenden Wohnungssuche begleitet – die schließlich doch ein Happy-End gefunden hat.

Von Dirk Trompeter

Ein Druck auf den Klingelknopf der Straße in Mauritz-Ost – einigermaßen beherzt mittlerweile, aber immer noch ein bisschen nervös. Julia Koppelmann und Jan Plettenberg kennen das schon gut. Die beiden Erstsemester suchen eine Wohnung – und dies hier ist ihre 39. Besichtigung innerhalb der letzten Wochen.

Jan, demnächst Philosophie-Student, und Julia, die sich für Jura eingeschrieben hat, haben sich erst in Münster kennengelernt. Ein Paar sind sie nicht – aber viel Sympathie als Grundlage für eine gemeinsame WG-Gründung gibt es durchaus.

Nun also die 67-Quadratmeter-Wohnung in Mauritz- Ost: Vier Zimmer sind auf dieser Fläche untergebracht, eine Kücheneinrichtung gibt nicht. Das ganze soll 600 Euro plus Nebenkosten teuer werden. Und renoviert werden auf Kosten der neuen Mieter. Der Vermieter begrüßt die beiden Interessenten nicht gerade mit ausgemachter Liebenswürdigkeit, grummelt: „Studenten, aha.“ Und dann noch so jung. Jan und Julia sind gerade mal 18 – gehören zum ersten Abi-Jahrgang, der nach nur zwölf Schuljahren an die Uni darf. Eigentlich brauchen die beiden sich gar nicht weiter umzusehen. Die Wohnung ist zu teuer – und sie bekommen sie ohnehin nicht. Wieder eine Enttäuschung. „Wir haben öfters uns tolle Wohnungen angucken wollen, aber oft sofort eine Absage bekommen, weil wir Studenten sind und man keine WGs will“, erklärt Jan.

Es ist mittlerweile 12.30 Uhr, Lagebesprechung mit Julia im Café: Gerüstet mit Zeitungen, Anzeigenblättern und mit Textmarkern bewaffnet machen sich beide ans Werk und durchforsten wieder Anzeigen nach passenden Angeboten. Seit Wochen dasselbe Ritual.

Wiederholt sind der Philosophiestudent und die Jurastudentin auch auf offensichtlich gefälschte Anzeigen im Internet gestoßen. Da wurden sehr verlockende Angebote zu verdächtig günstigen Preisen angepriesen. Auf die E-Mail-Anfrage für eine Besichtigung zweimal, von verschiedenen Namen gesendet, gab es eine standardisierte unkonkrete Antwort mit englischen Text. „So was sorgt natürlich zusätzlich für Verunsicherung“, sagen die beiden.

Der Wohnungsbesichtigung Nummer 39 in Mauritz Ost folgen noch einige mehr. Und plötzlich dann doch eine Zusage: Das künftige Heim, der beiden „Erstis“ liegt auch in Mauritz, hat drei Zimmer, ist 56 Quadratmeter groß und kostet warm noch akzeptable 564 Euro. „Wir hatten in den WN die Anzeige gefunden, die uns erst einmal zugesagte. Dann haben wir uns direkt beim Hausmeister gemeldet, der uns die Wohnung gezeigt hat“, erzählt Julia von der Besichtigung. Die Wohnung sollte für Paare oder Familien sein, sagte der Hausmeister. Jan und Julia reagierten: „Kurz waren wir unsterblich ineinander verliebt“, lacht Julia. Die Eltern müssen jetzt als Bürgen für den beim Mietvertrag auftreten – denn auch mit Nebenjobs lässt sich die Wohnung nicht aus eigener Kraft finanzieren.

Jan und Julia atmen auf: Ein Dach über dem Kopf haben sie gefunden. jetzt können sie sich aufs Studieren konzentrieren.

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