Mi., 27.11.2013

Neues Verfahren gegen Cyanobakterien Ultraschall tötet Blaualgen im Hiltruper See

Hartmut Wassmann (l.) und Lutz Hirschmann zeigen die beiden Ultraschallköpfe, mit deren Hilfe die Blaualgen im Hiltruper See eingedämmt werden.

Hartmut Wassmann (l.) und Lutz Hirschmann zeigen die beiden Ultraschallköpfe, mit deren Hilfe die Blaualgen im Hiltruper See eingedämmt werden. Foto: Stadt Münster

Münster-Hiltrup - 

Mit Hilfe von Ultraschallwellen ist die Stadt Münster den Cynobakterien (Blaualgen) im Hiltruper See erfolgreich zur Leibe beziehungsweise zur Schwimmblase gerückt. Weil er in einem Wasserschutzgebiet zur Wassergewinnung liegt, durften keine chemischen Mittel eingesetzt werden.

„Mit dem Einsatz von Ultraschall gegen die Ausbreitung der Blaualgen im Hiltruper See haben wir uns an eine neue Methode gewagt, die nach den bisherigen Erkenntnissen gute Ergebnisse liefert und die Wasserqualität dauerhaft verbessert,“ fasst Lutz Hirschmann von der städtischen Umweltbehörde im Amt für Grünflächen und Umweltschutz die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre zusammen.

Nachdem sich die giftigen Cyanobakterien (Blaualgen) im Herbst 2011 besonders rasant im Hiltruper See ausgebreitet hatten, entschied die Umweltbehörde gemeinsam mit den Stadtwerken Münster, die den See zur Wassergewinnung nutzen, neue Wege zu gehen. Dabei machten sich die Verantwortlichen aktuelle Forschungsergebnisse zunutze, heißt es in einer Pressemitteilung: Speziell entwickelte Ultraschallmuster zerstören die Schwimmblasen der Blaualgen, so dass diese auf den Grund sinken und dort wegen des fehlenden Lichts absterben. Im Juni 2012 wurde mit Unterstützung des Hiltruper Segelclubs testweise ein erster Ultraschallsender an einem Steg am nördlichen Seeufer installiert. Im September kam ein zweiter Schallkopf hinzu. „Der Erfolg stellte sich schnell ein“, berichtet Lutz Hirschmann. „Der Jahreshöchstwert lag Ende August 2012 bei einer Konzentration von gerade einmal acht Mikrogramm pro Liter. Das war weit entfernt von einer Blaualgen-Massenentwicklung, bei der die Werte mindestens zehnmal so hoch sind.“ Auch 2013 brachten die Messungen gute Ergebnisse. „Obwohl der warme und trockene Sommer algenfreundliche Verhältnisse bot, verhinderten die Schallwellen eine Massenausbreitung.“

2007 tauchten die Blaualgen im Hiltruper See erstmals in großen Mengen auf. In den folgenden Jahren breiteten sie sich immer wieder im See aus. Mit dem Wind trieben sie ans Ufer, es bildete sich weiß-blauer Schaum und vor allem an den Stegen und am westlichen Ufer entstand ein übler Geruch. Die Bekämpfung der Algen stellte die Umweltbehörde zunächst vor Probleme. Da der See in einem Wasserschutzgebiet liegt und zur Wassergewinnung genutzt wird, dürfen keine Stoffe in den See eingeleitet werden. Ein Phosphat-Fällungsmittel, das im Aasee seit 2005 erfolgreich gegen Blaualgen eingesetzt wird, schied damit von vornherein aus.

Die Gewässersanierung mit der Ultraschall-Methode wird unter der Leitung des Ingenieurbüros Hartmut Wassmann (Hohen Neuendorf bei Berlin) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wissenschaftlich begleitet. Die Forschung befasst sich auch mit der Frage nach den Auswirkungen der Ultraschall-Anwendung auf Menschen, Tiere und andere Pflanzen.

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