Demonstration trifft auf Proklamation
Roter Teppich für den Protest

Münster -

Was für ein Aufreger! „Das“, so entrüsten sich erfahrene Prinzgardisten, „hat es ja noch nie gegeben.“

Montag, 18.11.2013, 08:11 Uhr

Gerade erst hat der neue Stadtprinz Hendrik I. (Grau) das Zepter von Oberbürgermeister Markus Lewe in die Hand bekommen, noch kein einziges Wort konnte Seine Tollität an die Münsteraner richten, da wird die feierliche Proklamation auf dem Prinzipalmarkt durch einen von der Polizei genehmigten und angeführten Protestzug jäh unterbrochen. 300 Demonstranten mit Sprechchören, Trillerpfeifen, Trommeln und großen Plakaten ziehen von der Klemensstraße am Rathaus und der prinzlichen Bühne vorbei zur Lambertikirche.

Die Karnevalisten werden über die Leuchtschrift am Polizeiwagen, der mit Blaulicht vorweg fährt, aufgefordert, eine Gasse zu bilden. „Eine Karnevalsgesellschaft ist das nicht, und auch kein vorgezogener Rosenmontagszug“, sagt Moderator Detlev Simon. Die Antirassistische Initiative hat zu diesem Protestzug aufgerufen, um auf das Flüchtlingsdrama vor der Mittelmeerinsel Lampedusa aufmerksam zu machen. Den ganzen Vormittag über gibt es dazu Informationen vor dem Stadthaus 1, dann setzt sich der Marsch in Bewegung.

Nur eine Stunde vorher informiert die Polizei den Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK), der den Sessionsauftakt vor dem Rathaus organisiert, darüber, dass der Protestzug über den Prinzipalmarkt führt. Vizepräsident Helge Nieswandt spricht von einem Affront. „Ich habe dafür kein Verständnis, dass die traditionsreiche Veranstaltung ausgerechnet während der Prinzen-Proklamation so heftig unterbrochen wird.“ Die Sprecherin der Antirassistischen Initiative sagt, dass Route und Uhrzeit ihres Protestmarsches mit der Polizei abgestimmt gewesen seien. „Es war ein Zufall, dass wir um diese Zeit auf dem Prinzipalmarkt waren.“

Als die Demonstranten vorbeigezogen sind, greift Prinz Hendrik zum Mikrofon. „Ich freue mich, in einer Stadt zu leben, wo so etwas möglich ist.“ Ins gleiche Horn stößt Oberbürgermeister (OB) Markus Lewe, der gemeinsam mit Generalprinzmarschall Andreas Wissing und BMK-Schatzmeister Rolf Schröder den Prinzen erst wenige Minuten zuvor proklamiert hat. „Das gehört zur Vielfalt unserer Stadt dazu“, findet Lewe. Er sieht die Demonstration „eher als eine Bereicherung“.

Proklamation von Prinz Hendrik Grau

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    Foto: Oliver Werner
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Einen 44 Meter langen roten Teppich haben die Karnevalisten ihrem Prinzen ausgerollt, bevor er mit seiner Garde zu Fuß zum Rathaus schreitet. Mit dabei sind die drei Adjutanten Dr. Michael Nölle, Dr. Heiner Hoffmeister und Dr. Stephan Herlitzius. „Ein Zahnarzt, ein Tierarzt und ein Jurist – nur der Prinz weiß, wofür er drei Doktores braucht“, witzelt Moderator Detlev Simon.

1111 Narren erleben ein über zweistündiges Karnevalsprogramm mit Tänzen und Liedern, das Lust auf die Session macht. Die Emmerbachstrolche und die KG ZiBoMO Wolbeck begeistern mit ihren Garden, Musicalsängerin Marina Franke mit Karnevalsschlagern, und bei der neu formierten Stadtwache besteht Jane Laarmann ihre Feuertaufe als Stadtlore.

Prinzenproklamation in Münster

Das neue Stadtjugendprinzenpaar Sophia I. (Klein) von der KG Pängelanton und Tom I. (Hoffmann) von der KG Freudenthal erklärt in seinem Motto den Karneval zum Weltkulturerbe. Lewe bitten sie, ihr Anliegen zu unterstützen. Und damit der OB dabei ordentlich Gas geben kann und nicht wie zuletzt bei einer Dienstreise in München kein Benzin mehr im Tank hat, drücken sie ihm einen roten Ersatzkanister mit grünem Schlauch in die Hand. Was diese Farben wohl für die Haushaltsverabschiedung im Rat bedeuten mögen? 

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