Fr., 15.11.2013

Neue Friedhofssatzung Stadt will QR-Codes auf Grabsteinen zulassen

Ein Mobiltelefon erfasst den QR-Code auf einem Grabstein. Wenn alles gut geht, öffnet sich wenig später auf dem Bildschirm eine von den Hinterbliebenen gestaltete Website mit Informationen über den Verstorbenen.

Ein Mobiltelefon erfasst den QR-Code auf einem Grabstein. Wenn alles gut geht, öffnet sich wenig später auf dem Bildschirm eine von den Hinterbliebenen gestaltete Website mit Informationen über den Verstorbenen. Foto: dpa

Münster - 

Der Trend ist kaum in Münster angekommen, aber die Stadt reagiert schon darauf: Nach der neuen münsterischen Friedhofssatzung sollen QR-Codes auf Grabsteinen zugelassen werde.

Von Lukas Speckmann

Die Entwicklung ist nicht völlig neu, aber erst jetzt hat sie Münster erreicht: Derzeit wird im Rathaus eine neue Friedhofssatzung diskutiert, nach der das Anbringen von QR-Codes auf Grabsteinen gestattet wäre. Die Bezirksvertretungen Mitte und Südost haben der Vorlage als erste Gremien bereits einmütig zugestimmt. Die Entscheidung fällt der Rat im Dezember.

Der QR-Code (von „Quick Response“, „schnelle Antwort“) ist eine Weiterentwicklung des klassischen Strich-Codes. Als Lesegeräte dienen Mobiltelefone: Friedhofsbesucher können die Codes auf den Grabsteinen scannen und werden so zu Internet-Seiten geführt, die Informationen über den Verstorbenen enthalten.

Der Trend kam offenbar vor etwa fünf Jahren in Japan auf. Nach einem Umweg über die USA landete er 2011 in Deutschland. In Münster verhinderte bislang die Satzung für die sieben städtischen Friedhöfe eine derart freie Gestaltung der Grabsteine.

Das Bistum Münster begegnet der neuen Entwicklung mit Zurückhaltung: „Chancen und Risiken“ seien damit verbunden, sagt Gudrun Meiwes vom Referat „Seelsorge in kritischen Lebenssituationen“ im Generalvikariat. Chancen: Eine gut gemachte Website erleichtere unter Umständen die Trauerarbeit, auch über große Entfernungen hinweg. Risiken: Ins Internet könnte natürlich auch Verunglimpfendes gestellt werden.

Dr. Ralf Hammecke von der Zentralfriedhofskommission sieht das entspannter: Mit jedem Antragsteller würde einfach ein Vertrag geschlossen, wonach der QR-Code nicht auf Seiten führen dürfe, „die dem christlichen Menschenbild nicht entsprechen“. Das würde im Zuge der jährlichen Kontrollen auch überprüft. Bei Verstößen dagegen könnte man den QR-Code einfach überkleben. Im Übrigen habe sich die Trauerkultur nun einmal stark individualisiert: „Wir haben nichts dagegen.“

Allerdings sei man in Münster noch gar nicht so weit. Bislang gibt es zumindest auf dem von den Kirchen getragenen Zentralfriedhof keine QR-Grabsteine. Steinmetze würden von ersten Anfragen berichten.

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