So., 08.12.2013

„Neue Wände“ im Theater Entspannen beim Tapetenwechsel

Spontanes Live-Zeichnen der beiden Kunststudenten Verena Gründel und Malte Frey begleiteten das offene Singen mit dem Universitätschor.

Spontanes Live-Zeichnen der beiden Kunststudenten Verena Gründel und Malte Frey begleiteten das offene Singen mit dem Universitätschor. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

642 Studierende aller Hochschulen eroberten das Theater in Münster. Zum zweiten Mal fand jetzt das Kulturfestival „Neue Wände“ statt, das vom Förderverein Hochschulkultur und dem Kulturamt der Stadt veranstaltet wurde.

Von Peter Sauer

Einmal auf der großen Bühne des Theaters Münster zu stehen – wer träumt nicht davon? Für 642 Studenten sämtlicher Hochschulen der Stadt ging am Wochenende dieser Wunsch in Erfüllung. Im Rahmen des Kulturfestivals „Neue Wände“, das nach der Premiere 2010 zum zweiten Mal vom Förderverein Hochschulkultur und dem Kulturamt der Stadt Münster veranstaltet wurde, eroberten Studenten aus 16 Ländern die Bühnen des Theaters und begeisterten die Zuschauer im Sturm.

Auch wenn nicht immer alle Plätze ausverkauft waren – mehrere Tausend Besucher strömten vergnügt durch das Haus, denn gespielt wurde auch im Theatertreff und im Pausen-Foyer.

33 Veranstaltungen gab es – auf künstlerisch hohem Niveau mit jeder Menge kreativer Crossover-Ideen. Nicht nur Klaus Baumeister , Vorsitzender des Fördervereins Hochschulkultur, war begeistert. In seiner Eröffnungsrede stellte er fest, dass besonders viele Studenten ihr Abitur in einem Kurort gemacht haben.

Was sie dann in dem 23-stündigen Kulturmarathon auf die Beine stellten, verwöhnte die Sinne wie bei einer Blitzkur. Die Schüler der „placebo Improschule“ zogen am Samstag unter Mithilfe des Publikums bekannte Märchen mit pointierter Situationskomik durch den Kakao. Torben Schreiber und Christian Erll von der Lesebühne Krawehl begeisterten mit bitterbösem Wortwitz und spitzfindiger Gesellschaftskritik. Das HSP-Tanz-Ensemble rockte die Bühne mit cool-mitreißendem und perfekt synchronem Streetdance. Das Theaterstück „In modulen“ des Theaterlabors begeisterte Zuschauer wie die 25-jährige Elisabeth Meschede: „Toll, wie die Laienschauspieler die Leistungsprinzipien der Gesellschaft offenlegen.“

Der Sonntag stand ganz im Zeichen innovativer Crossover-Projekte. Mit grenzüberschreitendem Belcanto und famosem Sprechgesang trafen angehende Musikpädagogen aus Münster auf ihre niederländischen Kollegen. Die Blechbläser von Galaxy Brass kämpften genussreich mit einer Jazz-Combo um die fettesten Sounds. Tanzensembles integrierten gekonnt gesellschaftliche Kommunikationsformen, orientalische Weisen und brasilianischen Kampfsport, Schauspieler und Gitarristen beschäftigen sich Goethe rezitierend und Tango tanzend mit den Themen Liebe, Lust und Lottern.

Die dreistündige Galavorstellung „Tapetenwechsel“ beendete die gelungene Eroberung des Theaters durch die studentische Hochschulkultur.

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