Di., 18.02.2014

Kein Geld für Mensa und Miete Immer mehr arme Studenten

Münster - 

Immer mehr Studierende geraten in finanzielle Nöte. Die Sozialberatung des Studentenwerks hilft immer häufiger Einzelnen durch einen Mensazuschuss oder ein Darlehn aus der Finanzklemme.

Von Karin Völker

Elisabeth Brüser kennt sich aus mit Notlagen: Wenn man mit der Miete im Rückstand ist, wenn das Geld noch nicht einmal reicht, um in der Mensa essen zu gehen. Die Sozialpädagogin arbeitet bei der Sozialberatung des Studentenwerks, und ihre Statistik lässt keinerlei Zweifel zu: „Immer mehr Studierende in finanziellen Notlagen suchen hier Hilfe und Rat“, berichtet Brüser. 2010 kamen knapp 500 Studierende zu Sozialberatung, im vergangenen Jahr 2013 waren es knapp 800.“

Studierende, die ihre Geldnot mit Kontoauszügen belegen können, unterstützt das Studentenwerk zum Beispiel mit einem sogenannten Freitisch. Dabei erhalten einmal pro Semester die Betroffenen ein Guthaben von 50 Euro auf ihrer Mensa-Karte. Weniger als 100 Studierende haben dieses Angebot 2010 in Anspruch genommen, im vergangenen Jahr waren es 180, illustriert Brüser. Studierende mit Kindern können unter dem Motto „Kinderteller“ jeweils eine kleine Gratis-Mahlzeit in den Mensen bekommen, außerdem vergibt das Studentenwerk auch kleine Darlehn um Finanzengpässe zu überbrücken.

Vor allem Studierende aus dem Ausland geraten in Not, so das Fazit der Sozialberaterin. Sie können kein Bafög bekommen – und wenn, etwa im Fall von Bürgerkriegsländern wie Syrien , der Geldfluss aus der Heimat versiegt, stehen viele mittellos da. „Viele schlagen sich mit zwei Jobs durch“, sagt Brüser. „Und wenn ein Job weg bricht, können manche nicht mehr ihre Miete zahlen.“ Auch beim Studentenwerk mit seinen rund 6000 Wohnplätzen gebe es immer Mieter, die mit Zahlungen im Rückstand wären.

All das sind für das Studentenwerk Indizien, dass die Armut unter den Studierenden wächst. Darlehn für Notfälle werden auch über die ASten vergeben. Studenten in Armut – dieses Thema nimmt auch Roland Götz von der Münster-Tafel wahr. „Wir waren schon seit etwa zehn Jahren mit den ASten vor zehn Jahren im Gespräch darüber, wie wir Studierende unterstützen können. Götz appelliert an die Studierendenschaft oder an das Studentenwerk, eine Verteilstelle einzurichten. „Die Tafel könnten die Lebensmittel zur Verfügung stellen“, sagt Götz.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2240170?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F2572730%2F