Mi., 05.03.2014

Bürgerinitiative will JVA verhindern Kein Gefängnis in freier Natur

Sie wollen die Natur in Münsters Osten vor den Bauplänen des Landes schützen (v.l.): Franz Pohlmann, Daniela Kaminski sowie Angelika und Martin Uekötter.

Sie wollen die Natur in Münsters Osten vor den Bauplänen des Landes schützen (v.l.): Franz Pohlmann, Daniela Kaminski sowie Angelika und Martin Uekötter. Foto: kb

Münster - 

Eine Bürgerinitiative möchte den Bau des neuen Gefängnisses in Handorf verhindern. Die Mitstreiter sind der Meinung, dass der ausgesuchte Standort ökologisch zu wertvoll sei.

Von Klaus Baumeister

Bei einem Pressegespräch fallen schon mal Äußerungen, bei denen man nicht so genau weiß, was man davon halten soll. So machte Franz Pohlmann von der Bürgerinitiative JVA Münster am Mittwoch den Vorschlag, den geplanten Neubau des Gefängnisses im Airportpark am Flughafen Münster /Osnabrück unterzubringen, als „Knast mit Autobahnanschluss“.

Ein Gefängnis kann sich Pohlmann auch auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs vorstellen – nicht aber auf dem alten Truppenübungsplatz in Handorf . Ein „Flächenfraß“ in der freien Natur sei der falsche Weg, überdies sei das vom Land aktuell favorisierte Gelände ökologisch sehr wertvoll.

Daniela Kaminski, Mitstreiterin in der Bürgerinitiative, sieht einen gravierenden Mangel bei der bisherigen Standortsuche: „Versiegelte Flächen waren von vornherein ausgeschlossen.“

Die neue Bürgerinitiative möchte dies ändern, indem sie ihrerseits einen Standort ins Gespräch bringt, den Pohlmann (in seiner Funktion als ÖDP-Ratsherr) schon früher gefordert hat. Die Rede ist von den betonierten Flächen im nördlichen Bereich der Handorfer Lützowkaserne. „Dort ist Platz genug“, so Pohlmann.

Thomas Marquardt, ehemaliger Kasernenkommandant in Handorf und heutiger SPD-Landtagsabgeordneter, betrachtet den Vorschlag als „totalen Blödsinn“. Bis 2020, vielleicht sogar noch länger, sei die „militärische Nutzung der Lützow-Kaserne festgeschrieben“.

Martina Klimek (CDU), Bezirksbürgermeisterin in Münster-Ost, möchte die Standort-Debatte nicht neu aufrollen: „Das ist eine Entscheidung des Landes.“ Die meisten Handorfer hätten sich mit dem geplanten Standort „an der Grenze zu Telgte“ längst arrangiert.

Martin und Angelika Uekötter indes nicht. Sie betreiben nahe der ausgeguckten Fläche einen Pferdehof und sehen diesen in Gefahr, sollte das Gefängnis-Bauwerk nebenan entstehen.

Der Neubau wird erforderlich, weil der Altbau an der Gartenstraße marode ist.

 

 

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