Fr., 07.03.2014

Studenten geben Wissen an Schüler weiter Nachhilfe lehren

Münster - 

Es ist eine Idee, von der alle profitieren: Studenten geben ihr Wissen an Oberstufenschüler weiter, diese wiederum nutzen das Know-how, um jüngeren Schülern Nachhilfe zu geben. Das Projekt wurde nun ausgezeichnet – stieß in der Anfangsphase jedoch auch auf Schwierigkeiten.

Von Tatjana Thamerus

„Wir wollten eine Win-Win-Win-Situation schaffen“, erklärt Leon Windscheid (24), Vorsitzender von Bootstrapper e.V. Er hat mit seinen Kommilitonen Ende 2011 den Verein ins Leben gerufen, um kostenlose Nachhilfe an die Schulen Münsters zu bringen, von der alle Beteiligten profitieren: Studenten, Oberstufenschüler und Nachhilfeschüler.

Das Psychologiestudium handele oft davon, wie man Inhalte vor anderen präsentiert, von richtiger Zielsetzung oder wie man sich und andere motiviert, und es vermeidet, Dinge auf die lange Bank zu schieben, erklärt Windscheid. Damit dieses Wissen nicht in der akademischen Schublade verstaubt, haben sich die Studenten ein Nachhilfesystem überlegt, das auf drei verschiedenen Ebenen ansetzt: Die Studenten geben ihr Wissen an die Oberstufenschüler in Form von Workshops oder Coachings weiter, um für sie so einen Anreiz zu schaffen, jüngeren Mitschülern Nachhilfe zu geben.

Mit dieser Idee haben die Psychologiestudenten die Jury des Bernhard-Vogel-Bildungspreises überzeugt. Der Preis wird von Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung gestiftet und soll junge Menschen motivieren, sich für die Gesellschaft einzusetzen. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn die eigene Arbeit wertgeschätzt wird“, sagt Philipp Schäpers , Gründungsmitglied.

Auch wenn die Bootstrapper mit dem Sonderpreis keine finanzielle Unterstützung bekommen, helfe der Preis dabei, Durststrecken zu überstehen und immer wieder mit neuem Elan an die Sache heranzugehen.

Seit Anfang 2013 testen die Studenten ihr Modell an der Friedensschule Münster in einem Pilotprojekt. „Wir mussten auch selbst erst einmal viel lernen“, sagte Windscheid und meint damit auch, dass Theorie nicht gleich Praxis ist. Zu Beginn wollten viele Abiturienten das Projekt unterstützen, doch die Nachhilfeschüler fehlten. Als dann potenzielle Nachhilfeschüler bereit standen, steckten die Oberstufenschüler mitten in den Abiturvorbereitungen.

Um diese Anfangszeit zu überbrücken, gibt es im Moment an der Friedensschule jeden Donnerstag einen offenen Nachhilfetreff, den die Studenten leiten. Zusätzlich gibt es schon eine neue Idee, die gerade umgesetzt wird: ein offener Nachhilfetreff im Jugendzentrum Paul-Gerhardt-Haus, der für alle, egal aus welcher Schule, zugänglich sein soll. Wenn alles nach Plan läuft, startet das Projekt in den nächsten Wochen.

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