Sa., 26.04.2014

Prozess um Autobrandserie Samer S. soll Zeuginnen massiv bedroht haben

Samer S. soll gegenüber Bekannten zugegeben haben, für die Brandserie verantwortlich zu sein.

Samer S. soll gegenüber Bekannten zugegeben haben, für die Brandserie verantwortlich zu sein. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die Bekannte von Samer S. fasst sich am 26. November 2013 ein Herz und geht zur Polizei. „Ich will eine Aussage machen“, sagt die junge Frau – und erzählt dann drei Stunden lang, was sie über die Brandserie weiß, wegen der sich Samer S. und Dennis H. zurzeit vor dem Landgericht verantworten müssen.

Von Martin Kalitschke

„Samer hat mir gesagt, dass er für die Brände verantwortlich ist“, steht im Vernehmungsprotokoll, das am Freitag von einem Ermittler der Polizei vor Gericht vorgetragen wurde. Alles sei „ganz einfach“ gewesen, S. habe mit einem Feuerzeug Plastik oder Gummi in den Radkästen angesteckt. Auch ohne Brandbeschleuniger seien die Fahrzeuge so schnell in Flammen aufgegangen. Und auch ein Motiv soll S. seiner Bekannten genannt haben: Stress mit der Ex-Freundin.

Knapp vier Wochen hatte die Frau nach der Festnahme von S. gezögert, ob sie überhaupt zur Polizei gehen soll. „Sie hatte Angst, dass er ihr etwas antut“, berichtete der Polizeibeamte am Freitag. „Und sie hatte Angst vor seinem Bruder.“ Eine weitere Bekannte berichtete der Polizei, dass sie von S. massiv bedroht worden sei. „Ich wurde schon einmal verpfiffen, dass lass ich mir nicht noch einmal bieten“, habe S. laut Polizei gesagt – und „durch die Blume“ angedeutet, dass er sie im Fall einer Aussage umbringen werde.

Doch auch sie ging zur Polizei. An einem gemeinsamen Abend habe S. ihr erzählt, dass er kurz zuvor zwei Pkw angezündet hat. Ihr soll er ein anderes Motiv genannt haben: „Hass auf Deutschland , weil ich nicht arbeiten und NRW nicht verlassen darf.“ Intensivstraftäter S. wartet seit Jahren auf die Abschiebung in sein Heimatland Jordanien.

Gegenüber den Frauen soll er übrigens betont haben, dass er die Pkw ohne den Mitangeklagten Dennis H. angezündet hatte. „S. ist der Böse, H. der Gute“ – dieses Bild hätten die beiden Frauen bei der Polizei vermittelt, so der Beamte.

Wie böse S. werden kann, hatte er am Donnerstag vor Gericht demonstriert. Als das Tonband eines von der Polizei abgehörten Streits mit seiner Freundin vorgespielt werden sollte, platzte ihm der Kragen, er bekam einen Wutausbruch, beleidigte den Staatsanwalt. Die Sitzung musste unterbrochen werden, S. wurde vorübergehend von Justizbeamten aus dem Saal gebracht.

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