Düker am Dortmund-Ems-Kanal
Millimeterarbeit unter Wasser

Münster -

Beeindruckende Präzisionsarbeit am Dortmund-Ems-Kanal, gleich neben dem Albersloher Weg: Am Sonntag wurde hier zwei, fast 65 Meter lange Rohre des neuen Dükers eingeschwommen.

Montag, 28.04.2014, 08:04 Uhr

Zwei Kräne hievten das fast 65 Meter lange Düker-Rohr am Sonntagmorgen über den Kanal, um es anschließend zu versenken.
Zwei Kräne hievten das fast 65 Meter lange Düker-Rohr am Sonntagmorgen über den Kanal, um es anschließend zu versenken. Foto: WSA

Der strömende Regen am Sonntagmorgen hat Hermann Hermeling und seine Kollegen nicht sonderlich gestört. Sie hatten es ohnehin mit einer feuchten Herausforderung zu tun. Nach über einem Jahr Buddelei am Dortmund-Ems-Kanal , gleich östlich des Albersloher Weges, wurde der neue Petershafen-Düker verlegt.

Ein 64,50 Meter langes und 82,5 Tonnen schweres Abflussrohr ist keine Kleinigkeit. Und darum herrschte im Baustellen-Bürocontainer am Hafengrenzweg am Morgen durchaus Spannung unter den Kollegen vom Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Rheine , als ein Ponton in die Mitte des Kanals gelegt wurde. Die beiden an den gegenüberliegenden Ufern postierten Riesen-Kräne hievten die Enden des im Durchmesser 1,70 Meter dicken Rohres quer zuerst über die Wasserstraße, um es anschließend zentimetergenau zu versenken.

Kanalausbau

Wenn die neuen Dükerrohre an Kanalisation und Versorgungsnetz angeschlossen sind, kann der Seitenweg am Kanal wieder geöffnet und die lange Radfahrer- und Fußgänger-Umleitung bis zur Schillerstraße wieder aufgehoben werden. Die Kanalpromenade wird aber dann wegen des Neubaus des Dükers an der Schillerstraße dort erneut gesperrt. Der komplette Kanalausbau im Stadtgebiet soll nach den Plänen des WSA im Jahr 2022 abgeschlossen sein.

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Das war die Stunde der vier Taucher der mit den Arbeiten beauftragten Baufirma. Sie kontrollierten, dass der Düker in zuvor aus der Spundwand des Kanals ausgesägte Flächen eingepasst und mit Dichtungen versehen wurde. „Absolute Präzisionsarbeit “, sagt Hermeling nach der reibungslos geglückten Montage des großen Rohres. Am Nachmittag folgte noch Teil zwei der Aktion. Ein kleines, rund 30 Zentimeter dickes Rohr für die Gasversorgung der Stadtwerke wurde ebenfalls quer durch den Kanal verlegt.

Noch thront ein Berg von 1700 Kubikmetern Sand, herangeschafft von rund 120 Lastwagen, am Kanalufer. Bagger schaufeln ihn nun ins Kanalbett über die beiden verlegten Rohre.

In den Monaten vorher wurde Erdreich ausgebaggert. 3,50 Meter ist der Kanal tief. Um die Rohre sicher zur verlegen, wurde er an der Dükerstelle auf 7,50 Meter vertieft.

Böse Überraschung zu Beginn der Arbeiten: Der Bagger stieß auf den 1899 beim Bau des Kanals angelegten Düker, ein massives Bauwerk aus 60 Zentimetern dicken Sandsteinen. „Das Erdreich dort war mit Dieselstoffen durchsetzt, vermutlich von den früher umliegenden Industriebetrieben“, sagt Heinz-Jakob Thyßen, Projektleiter für den Kanalausbau. „Der Abriss dieses ganz alten Dükers hat uns fünf Monate Zeit gekostet“, ergänzt Hermeling. Wenn die neuen Rohre an die Kanalisation im Laufe des Sommers angeschlossen sind, eröffnet er ein paar Hundert Meter weiter östlich an der Schillerstraßen-Brücke die nächste Düker-Baustelle, die sechste seiner Laufbahn. Dort und noch einmal an der Brücke Manfred-von-Richthofen-Straße wird sich die Prozedur der Düker-Erneuerung wiederholen. An insgesamt vier Stellen im Stadtgebiet verläuft die städtische Regenwasserkanalisation unter dem Dortmund-Ems-Kanal.

Spiegelglatte Wasseroberfläche dank Zwangspause - am Montagmorgen ruht der Schiffsverkehr auf dem Kanal.

Spiegelglatte Wasseroberfläche dank Zwangspause - am Montagmorgen ruht der Schiffsverkehr auf dem Kanal. Foto: Jan Hullmann

Der Schifffahrtsverkehr ruht noch wegen der Bauarbeiten bis Montagabend. „Die Binnenschiffer waren über die Arbeiten schon frühzeitig informiert“, sagt Ulrich Wieching, Amtsleiter beim WSA. Lediglich ein Tanker und ein Sportboot warteten am Sonntag auf die Weiterfahrt. 

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