So., 01.06.2014

150 Jahre Katholischer Studentenverein Germania Münster Festkommers mit Fahnen und Degen

Festkommers zum 150. Stiftungsfest des K.St.V. Germania im Rathausfestsaal.

Festkommers zum 150. Stiftungsfest des K.St.V. Germania im Rathausfestsaal. Foto: Peter Sauer

Münster - 

Mit Fahnen, Zierdegen und in farbenfrohen Uniformen zogen rund 80 Studierende am Freitag in das Rathaus. Vor mehr als 400 „Alten Herren“ und Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kirche gestalteten sie stimmungsvoll den Festkommers zum 150-jährgen Bestehen des Katholischen Studentenvereins Germania Münster mit.

Von Peter Sauer

„Senior“ Sargon Yigit und „Philistersenior“ Friedrich Quante erinnerten daran, dass die Germania eine „engagierte Lebensgemeinschaft“ ist, die seit Generationen und durch alle Krisen hindurch interdisziplinär Orientierung gebe in einer sich verändernden Gesellschaft. Alle Zuhörer rief Yigit auf, mehr für Werte einzutreten und für die Gemeinschaft in einer sich, seiner Meinung nach, mehr auf Vereinzelung und „Freisein um jeden Preis“ entwickelnden Gesellschaft. Donnernder Applaus.

Die Grußworte wurden eingebunden in einen großen Liederzyklus, bei dem alle Kommers-Teilnehmer aus vollen Kehlen sangen, gerne auch mehrstimmig. Die beiden „Füchse“ Felix Dewies und Jonas Delgmann promovierten „auf Burschenehre“ zu vollwertigen Mitgliedern. Für Jurist Delgmann ist die „Germania“ eine „tolle Gemeinschaft, vom Fußballspielen bis zum gemeinsamen Lernen für die Uni“. Der 20-jährige Protestant schätzt die große Hilfsbereitschaft untereinander, hat auch kein Problem damit, dass man Mitglied auf Lebenszeit ist. „Das ist eine Ehre. Man findet bei der Germania echte Freunde fürs Leben.“

Festredner Bundesbruder Dr. Gerhard Cromme (l.), Senior Sargon Yigit und Philistersenior Friedrich Quante (r.) begrüßten rund 400 Gäste aus Deutschland, den USA und aus Indien. (Foto: Peter Sauer)

Festredner Bundesbruder Dr. Gerhard Cromme (l.), Senior Sargon Yigit und Philistersenior Friedrich Quante (r.) begrüßten rund 400 Gäste aus Deutschland, den USA und aus Indien. (Foto: Peter Sauer)

Festredner Dr. Gerhard Cromme , Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG, war 1964 Fuchsmajor der Germania in Münster , jetzt ist er Bundesbruder. In seiner launigen, frei vorgetragenen Rede beschäftigte er sich mit der Europäischen Union und ihrer Zukunft. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der europäische Einigungsprozess durch einen politischen Willen realisiert worden ist.“ Bei der Geburt der EU seien zwar Fehler gemacht worden, indem vieles nicht geregelt wurde, dennoch sei die Europäische Gemeinschaft ein Friedensgarant. „Es gibt mehr Länder, die in die EU reinwollen, als die, die momentan raus wollen.“ Auch den neuen Rechtsruck in der EU relativierte Cromme. Dieser sei größtenteils einem Versagen der etablierten Parteien geschuldet. Crommes Rede veranlasste Germania-Senior Yigit zu einem Appell: „Die junge Generation muss aus ihrem Winterschlaf aufwachen und die Zukunft mitgestalten.“

Mit einem Pontifikalamt mit dem emeritierten Erzbischof Dr. Werner Thissen erreichten die Germania-Feierlichkeiten am Sonntagmittag ihren Höhepunkt.

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