Mo., 02.06.2014

Rehberger-Projekt „The Moon in Alabama“ eröffnet Da steht man gerne unter Strom

Münster - 

Rund 250 Menschen kamen am Sonntag in Münsters Bahnhofsviertel zusammen, um die Eröffnung des Rehberger-Projektes „The Moon in Alabama“ zu feiern. Dabei kamen sie sowohl dem Künstler als auch seinen Skulpturen sehr nah.

Von Peter Sauer

Mit ein paar Handgriffen klettern Marie (9), Konrad (13) und Christian Hünnekens (15) munter „ Ibiza “ hinauf, Franka und Clara sonnen sich am Fuße des „ Alabama “, und Familie Bergheim nimmt eine Brotzeit in „Taormina“. Dafür müssen alle nicht verreisen, sondern nur quer durchs Bahnhofsviertel gehen – auf der Suche nach ungewöhnlichen Stromkästen, die Besuch bekommen haben. Am Sonntag weihte der Künstler Tobias Rehberger seine elf Skulpturen unter dem Motto „The Moon in Alabama“ mit einem Volksfest auf dem Bouleplatz an der Engelenschanze ein.

Mehr als 250 Besucher machten auch Mitorganisator Peter Cremer glücklich, der für das Skulpturen-Projekt nicht nur einige schlaflose Nächte verbracht hatte. Schließlich hatte die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel das Projekt angestoßen und zusammen mit der Stadt auf den Weg gebracht. Rehberger kam sich selbst wie ein Popstar vor, stets umringt von einer Menschentraube. Autogrammwünsche und Fotoschnappschüsse rissen nicht ab. Auch weil er einer fröstelnden Kulturredakteurin sein Jackett zur Verfügung stellte, das diese auch nicht mehr hergab.

Sie lobte Rehbergers Erfindungsreichtum, den „Blut- und Nervenbahnen“ der Stadt ein neues Gesicht zu geben, indem er die Strom- und Schaltkästen respektlos und energetisch „neu erfindet“. Dr. Gail Kirkpatrick, Leiterin der Kunsthalle Münster, schätzte die „gestalterische Kompetenz und Kreativität“, Oberbürgermeister Markus Lewe die neuen „emotionalen Gravitationsfelder“, und für Karl Jasper vom Land NRW war es schlicht ein „Dekaden-Projekt“. Tobias Rehberger wünschte sich – neben Erfrischungsgetränken für alle – auch ausdrücklich die begleitende Musik von der Bläservereinigung Albachten, „weil festliche Streicher einfach nicht zu meiner Kunst passen“.

Annette Rave und Monika Frye machten, wie viele andere auch, bei den anschließenden Rundgängen den Sitzcheck an den Skulpturen, klopften auch mal drauf, bevor sie Platz nahmen: „Schön stabil“ und „Gute Oberfläche“ bekundeten beide, und Monika Frye ergänzte: „Jetzt sehen wir das Bahnhofsviertel mit ganz anderen Augen.“ Ein Paar aus Hiltrup würde manche Skulpturen am liebsten zu Hause aufstellen: „Aber unser Wohnzimmer ist nicht groß genug.“ Peter H. Adorf begrüßte es, „dass die Stadt jetzt viel bunter geworden ist“, und Sprachtrainer Bill Earl Tucker schüttelte Rehberger stolz die Hände. Denn der Künstler benannte die Ausstellung nach Tuckers Heimat Alabama. Und im Dunkeln leuchten die Skulpturen im Bahnhofsviertel ja auch. „Wie der Mond über Alabama. Und der ist besonders schön“, ergänzte Tucker. 

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