Mi., 03.09.2014

Lebenserinnerungen von Leslie Schwartz Holocaust-Schicksal als Kino-Hit?

Überlebte die Konzentrationslager: Leslie Schwartz.

Überlebte die Konzentrationslager: Leslie Schwartz. Foto: kal

Münster - 

Die Lebenserinnerungen des in Kinderhaus wohnenden Holocaust-Überlebenden Leslie Schwartz werden möglicherweise schon bald verfilmt. Wie Schwartz berichtet, haben Filmemacher in Hollywood ihr Interesse signalisiert. Schwartz ist ein Verwandter des 2010 verstorbenen Schauspielers Tony Curtis.

Von Martin Kalitschke

Als 14-Jähriger stand Leslie Schwartz an der Selektionsrampe des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz . Lagerarzt Josef Mengele hielt ihn für arbeitsfähig – und schickte Schwartz ins KZ Dachau. Der gebürtige Ungar überlebte, seine Eltern, die ebenfalls nach Auschwitz deportiert wurden, sah er nie wieder. Seit Ende des Krieges pendelt Schwartz zwischen New York und Deutschland. Heute lebt er in Kinderhaus und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Schülern von seinem Schicksal zu berichten.

Tony Curtis alias Bernhard Schwartz

Seine dramatische Lebensgeschichte hat nun auch die Filmszene in Hollywood auf ihn aufmerksam gemacht, berichtet der 84-Jährige, der mit der Kino-Legende Tony Curtis – der eigentlich Bernard Schwartz hieß und in Klassikern wie „Manche mögen‘s heiß“ mitspielte – verwandt ist.

„Bereits vor einigen Jahren hatte ich dem Filmproduzenten Erwin Meyer mein Buch zugeschickt“, erzählt Schwartz. Zunächst habe dieser jedoch kein Interesse an einer Verfilmung gehabt – es gebe bereits so viele Holocaust-Geschichten. Doch nach einem großen Artikel in der angesehenen „New York Times“, der im vergangenen Dezember erschien, habe sich Meyer wieder bei ihm gemeldet und nun doch Interesse signalisiert, die Lebensgeschichte von Leslie Schwartz zu verfilmen.

Der 84-Jährige zählt die Namen auf, die sich nach seinen Angaben inzwischen mit dem Projekt beschäftigen: Gilbert Adler, Regisseur des „Stauffenberg“-Films mit Tom Cruise, Steve Weinberger, ein angesehener Drehbuch-Schreiber aus Hollywood, Mark Fusco, der fünf Jahre mit Steven Spielberg zusammenarbeitete. „Der Film ist in der Hand professioneller Leute“, sagt Schwartz und lächelt.

Unterstützung durch Veronica Ferres

Das Drehbuch sei in Arbeit, bald werde sich entscheiden, ob es tatsächlich verfilmt wird. Schwartz ist optimistisch, dass es klappen wird – und hat auch schon eine Idee, wer seine Rolle spielen könnte: „Michael Douglas.“

Nach derzeitigen Plänen sollen weniger seine Erlebnisse während der NS-Zeit im Mittelpunkt stehen, sondern sein Wirken in den letzten Jahren, seine Arbeit als Zeitzeuge. Veronica Ferres habe ihm bereits angeboten, ihn bei der Realisierung mit zu unterstützen. Und Charlotte Knobloch, früher Vorsitzende des Zentralrats der Juden, habe ihm versprochen: „Wenn das Buch verfilmt wird, komme ich zur Premiere.“

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