Do., 09.10.2014

Neue Gesamtschule Plan B für die Gesamtschule

Man sieht nicht auf den ersten Blick, dass die Fürstenbergschule unter Denkmalschutz steht.   Das ist ein Grund, warum das Gebäude nicht zügig für die Gründung einer Gesamtschule erweitert werden kann.

Man sieht nicht auf den ersten Blick, dass die Fürstenbergschule unter Denkmalschutz steht.   Das ist ein Grund, warum das Gebäude nicht zügig für die Gründung einer Gesamtschule erweitert werden kann. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Im Ostviertel will die Stadt eine zweite Gesamtschule errichten, doch die Verhandlungen über die Übernahme des Grundstücks der Oberfinanzdirektion erweisen sich als schwierig. Die Stadt arbeitet jetzt an einem Plan B, um die Schule in den Gebäuden der Fürstenberg- und der Gallitzin-Schule möglichst schnell starten zu können. 

Von Karin Völker

Über 200 Kinder gingen in diesem Jahr bei der Suche nach einem Platz in einer Gesamtschule leer aus. So viel ist klar: Auch zum kommenden Jahr 2015/16 wird es keine zweite städtische Gesamtschule geben. „Ausgeschlossen“, versichert jetzt noch einmal Schuldezernentin Dr. An­drea Hanke angesichts der „innerhalb weniger Monate nicht zu klärenden Raumfrage“. Weil die Übertragung des Nachbar-Grundstücks der Oberfinanzdirektion sich womöglich lange hinzuziehen drohe, entwickelt die Stadt nun einen Plan B, um eine „Gesamtschule Münster-Ost“ immerhin zum übernächsten Schuljahr 2016/17 starten lassen zu können.

Dreh- und Angelpunkt der Pläne für eine vier- bis sechszügige Gesamtschule ist das Gebäude der zurzeit auslaufenden Fürstenberghauptschule an der Andreas-Hofer-Straße . Das in den 60er Jahren errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz – erstes entscheidendes Hindernis. Nach internen Debatten, den Denkmalschutz eventuell aufheben zu lassen, favorisiere die Verwaltung jetzt den Plan, die bestehenden Freiflächen rund um die Fürstenbergschule für Erweiterungsbauten zu nutzen, skizziert Hanke.

Einbezogen in die Gesamtschulpläne ist auch die jetzige Fürstin-von-Gallitzin-Realschule in unmittelbarer Nachbarschaft. Die zweizügige Realschule, die seit Jahren schwache Anmeldezahlen verzeichnet, ist laut Hanke darüber aufgeklärt, dass sie aufgelöst wird, wenn am Standort eine Gesamtschule den Betrieb aufnimmt. Zusammen reichen die beiden Schulgebäude aber noch lange nicht für eine sechszügige Gesamtschule bis einschließlich Klasse 13. Der Plan der Verwaltung: Im übernächsten Jahr könnte die Gesamtschule zunächst vierzügig starten.

Wenn das Gelände der Oberfinanzdirektion frei werde, könnte dort die Schule komplett für sechs Züge errichtet werden. Die bestehenden Schulgebäude würden auch für den Bedarf der beiden benachbarten Berufskollegs Anne Frank und Hans Böckler benötigt. Aktuell nutzen die Kollegs große Teile des Gebäudes der Fürstenbergschule.

Das ist auch der Grund dafür, dass zum nächsten Schuljahr die Gesamtschule noch nicht eingerichtet werden kann. „Eltern, die ihre Kinder in der neuen Gesamtschule anmelden, brauchen eine verlässliche Perspektive“, unterstreicht Hanke.

Die Politik drückt im Hintergrund aufs Gaspedal. Die großen Fraktionen fordern einen schnellstmöglichen Beginn, verschließen sich aber nicht den Sachargumenten. Sie haben im Dezember 2013 den Beschluss gefasst, die Schule einzurichten – und hegen nun die Vermutung, dass zuerst die Kommunalwahl im vergangenen Frühjahr und zuletzt die Folgen des Unwetters an denn Schulgebäuden die Gesamtschul-Planungen verlangsamt hätten.

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