Mi., 05.11.2014

„Das nackte Leben“ im Landesmuseum Mit Hockney in die Kunst-Bundesliga

Sammler, Galerist und Kunstkenner: Dr. Wolfgang Henze vor einem Bild von David Hockney. 

Sammler, Galerist und Kunstkenner: Dr. Wolfgang Henze vor einem Bild von David Hockney.  Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am Samstag startet die erste große Sonderausstellung im Landesmuseum. Sie soll das Haus nach dem Willen der Organisatoren in die erste Liga der deutschen Museen katapultieren.

Von Martin Kalitschke

Der Marktwert der Gemälde, die ab Samstag in der Sonderausstellung „Das nackte Leben“ im Landesmuseum für Kunst und Kultur zu sehen sein werden, dürfte locker über einer Milliarde Euro liegen – Francis Bacon, David Hockney , Lucian Freud. Es gibt also keinen Anlass zur Bescheidenheit.

Landesdirektor Matthias Löb sieht das Haus am Domplatz künftig „unter den wichtigsten deutschen Museen“, unterstreicht das „internationale Profil“. Auch LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Thale sieht das Museum auf dem Weg in die „erste Liga“.

Übertrieben? Nein! Der Anspruch, den die Macher der Ausstellung am Mittwoch auf der Eröffnungspressekonferenz für die Sonderausstellung vor zahlreichen Journalisten formulierten, ist angesichts der großartigen Werke, die bis 22. Februar zu sehen sein werden, durchaus realistisch. „Freunde aus England haben mir kürzlich gesagt: Wow, toll, dass ihr das zustande bekommen habe“, sagt Kuratorin Dr. Tanja Pirsig-Marshall. „Sie freuen sich, nach Münster zu kommen.“

Nach Münster ist am Mittwoch ein gebürtiger Münsteraner gekommen, der heute zu den großen Sammlern und Galeristen Europas zählt: Dr. Wolfgang Henze. „An der Hand meines Vaters bin ich um 1950 zum ersten Mal ins Landesmuseum gegangen“, erinnert er sich. Den Neubau findet er „einfach grandios“. Und die Sonderausstellung? „Mit ihr wird in Münster die Kunstgeschichte neu geschrieben.“ Große Worte.

5,5 Millionen Euro hat die Schau gekostet, allein 600 000 Euro steuerte die Stiftung kunst3 bei, der auch Henze angehört. Von dem Engagement werden auch Stadt und Region profitieren, „denn Kunst ist ein harter Standortfaktor“, so Rüschoff-Thale. Bernadette Spinnen (Münster-Marketing) sieht das ähnlich: „Eine solche Ausstellung hat nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen Image-Effekt.“

Die geplanten weiteren Ausstellungen dürften sich auf die Image-Entwicklung weiter positiv auswirken. 2016 folgt eine Henry-Moore-Ausstellung, bei der auch Werke von Picasso, Ernst, Magritte und Giacometti zu sehen sein werden, 2018 eine Ausstellung zum Thema Leidenschaft mit Bildern von Bosch, Caravaggio, El Greco, van Gogh und Rubens.

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