Fr., 07.11.2014

Kanalausbau 100 gesunde Bäume fallen für Baustelle

Kahl geschlagen ist der Bereich neben dem Betriebsweg am östlichen Kanalufer in Höhe der Manfred-von-Richthofen-Straße. Nach dem Kanalausbau wird der Betriebsweg, der von Radlern und Fußgängern genutzt wird, bis hier hin verschoben.

Kahl geschlagen ist der Bereich neben dem Betriebsweg am östlichen Kanalufer in Höhe der Manfred-von-Richthofen-Straße. Nach dem Kanalausbau wird der Betriebsweg, der von Radlern und Fußgängern genutzt wird, bis hier hin verschoben. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Wenn 100 gesunde Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen, laufen Naturschützer Sturm. Wegen der Verbreiterung des Dortmund-Ems-Kanals wird allerdings Platz für Brückenneubauten und Baustraßen gebraucht.

Von Karin Höller

Wenn rund 100 Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen, ist das schon eine Hausnummer, bei der sich unter Bürgern lautstark Unmut regt. Am Donnerstag fielen die letzten acht Eichen der Rodung am östlichen Kanalufer in Höhe der Manfred-von-Richthofen-Straße zum Opfer. „Wir fragen uns, welche Baumaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt das Fällen so vieler gesunder Bäume erforderlich macht“, so Eberhard Kuwertz-Bröking. Ihm und einigen Anliegern schwante zwar, dass es etwas mit der geplanten Kanalerweiterung zu tun haben könnte. Aber über die Homepage der Wasser- und Schifffahrtsbehörde und auch über die Stadt Münster habe er keine zufriedenstellenden Informationen bekommen, kritisiert er.

Ufer soll neu begrünt werden

Revierleiter Christian Melchior vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser versucht derweil die Wogen bei aufgebrachten Naturliebhabern zu glätten. Die rund 100 Bäume mussten weichen, weil wegen der Kanalverbreiterung eine Behelfsbrücke für die Laerer-Landweg-Brücke an der Manfred-von-Richthofen-Straße gebaut werden müsse und der Lohaus-Düker, der hier den Kanal unterführt, erneuert werden müsse. „Mit Rücksicht auf Fledermäuse, die in den alten Eichen Unterschlupf suchen, sollte die Rodung Anfang November abgeschlossen sein“, so Melchior.

An Ausgleichsmaßnahmen sei im Zuge des Kanalausbaus natürlich gedacht worden, betont Melchior, der an bereits durchgeführte Baumpflanzungen an der Aa, an der Kötterstraße, in der Speicherstadt und in Gimbte an der Ems erinnert. Feuchtbiotope seien zudem angelegt und Kiebitzflächen geschaffen worden.

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Am neuen Kanalufer wird es eine Allee geben – mit Stieleichen, Winterlinden und Spitzahorn.

Heinz-Jakob Thyßen

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Nach der Kanalverbreiterung soll der Uferbereich mit Stieleichen, Winterlinden und Spitzahorn neu begrünt werden, verspricht Projektleiter Heinz-Jakob Thyßen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine. Doch das wird dauern. Denn mit dem Bau der neuen Brücke an der Manfred-von-Richthofen-Straße soll Mitte 2015 begonnen werden. Geplanter Zeitrahmen: zwei Jahre.

Platz für Baustraße

Die gefällten Bäume bieten nun Platz für die Baustraße, die laut Thyßen am östlichen Kanalufer neben dem jetzigen Betriebsweg angelegt wird, der während der Baumaßnahmen für Radfahrer und Fußgänger frei gehalten werden soll.

Auch ein Stück weiter südlich geht es voran: In der kommenden Woche sollen die Fundamente für die Behelfsbrücke an der Schillerstraße gegossen werden. Ein Trostpflaster für die mehrjährigen Baustellen: Nach der Kanalerweiterung, so Thyßen, „sollen Liege- und Freizeitflächen für die Bürger erhalten bleiben“.

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