Mo., 22.12.2014

Neuer Verein will Integration fördern Soforthilfe für Flüchtlinge

Meyda Yilmaz und Mazlum Alpetekin engagieren sich im Demokratisch Kurdischem Gesellschaftszentrum Münster für die Flüchtlinge in den Lagern in der Provinz Mardin an der syrischen Grenze.

Meyda Yilmaz und Mazlum Alpetekin engagieren sich im Demokratisch Kurdischem Gesellschaftszentrum Münster für die Flüchtlinge in den Lagern in der Provinz Mardin an der syrischen Grenze. Foto: Helmut Etzkorn

Münster - 

In Münster hat sich ein „Demokratisch Kurdisches Gesellschaftszentrum“ gegründet. Auf die Fahne geschrieben hat sich der Verein vor allem Integrationsarbeit.

Von Markus Kampmann

Medya Yilmaz war im Sommer selbst in der Türkei , genauer: in Flüchtlingslagern in der Provinz Mardin, unweit der Grenze zu Syrien. „Um Spenden persönlich einzureichen“, erklärt die 23-Jährige. Spenden, die aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zusammengekommen waren, darunter Kleidung, die Yilmaz in einem Koffer mitnahm. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein: „Ich habe wirklich gesehen, wie notleidend die Menschen vor Ort sind“, sagt sie. Nun startet sie mit Mitstreitern ein größeres Hilfsprojekt.

Möglich ist das auch deshalb, weil die Gruppe dabei ist, sich in einem Verein zusammenzuschließen: im „Demokratisch Kurdischen Gesellschaftszentrum Münster “ (DKGZ). Zur Gründungsversammlung haben sich nach Yilmazs Auskunft zehn Mitglieder am 13. Oktober getroffen. Sie selbst ist stellvertretende Vorsitzende. Derzeit werde die Eintragung ins Vereinsregister vorgenommen.

Auf die Fahne geschrieben habe sich der Verein vor allem Integrationsarbeit , erklärt die 23-Jährige: „Wir wollen eine Brücke sein zwischen der kurdischstämmigen und der deutschen Bevölkerung.“ Erreicht werden soll das beispielsweise durch kulturelle oder auch politische Veranstaltungen. In losen Gruppierungen seien zwar schon bisher Mahnwachen und Info-Stände organisiert worden. Sich aber selbst zu organisieren, wie nun im Verein, das sei bisher versäumt worden, sagt Yilmaz.

Dass eine Spendensammlung die erste Aktion des Vereins ist, liege an der lebensbedrohlichen Situation der Flüchtlinge aus Kobane und Schingal angesichts des IS-Terrors aus Syrien und dem Irak. „Zahlreiche Organisationen, darunter auch das Welternährungsprogramm der UNO, haben angemerkt, dass es praktisch an allem fehlt und die Menschen um ihre Existenz kämpfen müssen“, so Yilmaz. „Wir müssen etwas machen.“

Deshalb ruft das DKGZ zu der Kleiderspendenaktion auf: Bis zum 16. Januar werde vor allem Winterbekleidung in angemieteten Räumen des Paritätischen Zentrums Münster, Dahlweg 112, gesammelt. Aber auch Babynahrung, Windeln und Hygieneartikel würden dringend benötigt, Geldspenden seien natürlich ebenfalls gerne gesehen.

Ziel ist es, einen Lastwagen mit den Spendengütern auf den Weg in die Türkei zu schicken. Mitglieder des DKGZ wollen die Spenden vor Ort persönlich übergeben.

Zum Thema

Spenden können montags bis freitags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr und am Wochenende in der Zeit von 10 bis 16 Uhr beim DKGZ am Dahlweg 112 abgegeben werden. Die Nummer des Spendentelefons: 0176/25043129

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