Fr., 09.01.2015

Chefsuche beginnt von Neuem Knatsch um Studentenwerke

Das Studentenwerk Münster sucht einen neuen Geschäftsführer. Die Stelle ist jetzt zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Auch andere Studentenwerke in NRW konnten den Chefposten nicht besetzen.  

Das Studentenwerk Münster sucht einen neuen Geschäftsführer. Die Stelle ist jetzt zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Auch andere Studentenwerke in NRW konnten den Chefposten nicht besetzen.   Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Das Studentenwerk beginnt erneut seinen Suche nach einem neuen Geschäftsführer. Nicht nur in Münster ist es schwer die Position zu besetzen, das Land hat die Personalkosten für die Stelle gedeckelt.

Von Karin Völker

Es war eigentlich kurz vor den Feiertagen eine ganz normale, turnusmäßig stattfindende Personalversammlung beim Studentenwerk – Routine. Doch die Debatte in der Mensa am Aasee verlief, wie Beteiligte berichten, gelinde gesagt, kon­trovers. Sie spiegelt die Stimmung in der öffentlich-rechtlichen Einrichtung mit rund 600 Mitarbeitern.

Es geht um den Kurs des Studentenwerks, das Mensen und Cafeterien sowie Wohnheime für Münsters mehr als 50 000 Studierende betreibt. Und das Knirschen in der Institution Studentenwerk ist überregional, wie Medienberichte aus anderen NRW-Hochschulstädten zeigen.

Symptomatisch ist die Führungskrise der Studentenwerke: Nicht nur Münster , wo die Stelle des Geschäftsführers am Donnerstag zum zweiten Mal nach einem gescheiterten Besetzungsverfahren erneut ausgeschrieben wurde, ist der Chefposten vakant. Auch in Bonn und Bielefeld ist das Führungsamt derzeit unbesetzt, andernorts sprangen ebenfalls Bewerber ab.

Grund ist nach Ansicht der Studentenwerke in NRW, die dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben haben, die zu niedrige Dotierung der Chef-Stelle. Diese hat das Ministerium, ebenfalls untermauert durch ein eigenes Gutachten, mit bis zu 100.000 Euro gedeckelt. In anderen öffentlichen Institutionen, die per Gesetz die Bezahlung ihrer Führungskräfte offenlegen müssen, etwa auch bei der städtischen Wohn- und Stadtbau in Münster liegen die Jahresgehälter über 100 000 Euro. Auch Jonas Hölting , Vorsitzender des Verwaltungsrates des Studentenwerks, hat Zweifel, ob sich für die vom Ministerium festgesetzte Entlohnung kompetente Bewerber finden für das Studentenwerk, immerhin ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von rund 44 Millionen Euro im Jahr 2013. Und aus den Studentenwerken ist zu hören, dass für die Führung einer so großen Einrichtung, das vom Ministerium genehmigte Gehalt nicht angemessen sei. „Andererseits geht es um die Sozialbeiträge der Studierenden“, sagt Student Jonas Hölting. 85 Euro muss seit dem vergangenen Wintersemester jeder Studierende in Münster für die Leistungen des Studentenwerks pro Semester pauschal zahlen.

Auch in Münster, wo das Studentenwerk kommissarisch von Peter Schink , dem pensionierten früheren Leiter des Studentenwerks Köln geführt wird, sprang im vergangenen Herbst der bereits vom Verwaltungsrat gewählte Bewerber nach Differenzen in der Gehaltsfrage ab. Gleiches wiederholte sich in Bielefeld. Hier klagt das dortige Studentenwerk nun gegen die Gehaltsfestsetzung des Ministeriums vor dem Verwaltungsgericht. „Ein Urteil könnte auch die Bedingungen an anderen Standorten ändern“, glaubt Jonas Hölting.

In Münster herrscht auch Unruhe mit Blick auf die anstehenden Wahlen des Verwaltungsrates, der alle wichtigen Entscheidungen treffen kann. Dort erhalten nach dem neuen Hochschulgesetz Mitarbeiter und Studierende eine stärkeres Gewicht. Sie können jetzt den Kurs des Studentenwerks mit ihren Mehrheiten stärker als bisher bestimmen.

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