Do., 12.02.2015

Neue Behandlungsmethode am St. Franziskus-Hospital Schwerer Weg ins Leben

Die kleine Amelie mit ihren Eltern Oliver Klein und Milana Mohr und dem Ärzteteam des Franziskus-Hospitals, das den Start ins Leben ermöglicht hat (v.l.): Dr. Johannes Steinhard, Dr. Renate Rosenberg, Dr. Anke Hövels, Dr. Heinz Albers, Kinderkrankenschwester Kathrin Maschek, Krankenhausgeschäftsführer Burkhard Nolte und Dr. Florian Ulrichs.

Die kleine Amelie mit ihren Eltern Oliver Klein und Milana Mohr und dem Ärzteteam des Franziskus-Hospitals, das den Start ins Leben ermöglicht hat (v.l.): Dr. Johannes Steinhard, Dr. Renate Rosenberg, Dr. Anke Hövels, Dr. Heinz Albers, Kinderkrankenschwester Kathrin Maschek, Krankenhausgeschäftsführer Burkhard Nolte und Dr. Florian Ulrichs. Foto: hö

Münster - 

Monatelang hat ein Ärzteteam um das Leben von Baby Amelie gekämpft. Einer neuen Behandlungsmethode ist es zu verdanken, dass die Kleine jetzt eigenständig atmen kann und als gesundes Baby die Welt entdecken darf.

Von Karin Höller

Wer am 11.11. geboren wird, muss einfach Glück im Leben haben. Diesem Glück musste ein interdisziplinäres Ärzteteam am St.-Franziskus-Hospital allerdings zunächst gehörig auf die Sprünge helfen. Dass die kleine Amelie seit eineinhalb Wochen endlich zu Hause sein darf und jetzt als gesundes Baby auf dem Arm von Vater Oliver Klein schlummert, ist das Ergebnis einer nach Klinik-Angaben neuen Behandlungsmethode , die am Franziskus-Hospital erstmals durchgeführt wurde. Die Rettungsmaßnahmen unter dem Fachbegriff „Exit Procedure“ begannen bereits vor der Geburt und wurden während sowie nach dem Kaiserschnitt fortgesetzt, noch bevor die Nabelschnur des Babys durchtrennt wurde, erklärt Dr. Johannes Steinhard . Er punktierte gemeinsam mit Dr. Renate Rosenberg noch vor der Geburt Flüssigkeit aus Amelies Brustkorb, die eine Entfaltung der Babylunge verhinderte.

Nach 80 Tagen Krankenhaus steht der Mutter Milana Mohr die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Ich bin dem Team hier so dankbar, sie haben Amelie mehrfach das Leben gerettet.“

Gut, dass die Mutter am 11.11.2014 sofort ins Krankenhaus kam, als sie sich darüber wunderte, dass sie in der 35. Schwangerschaftswoche innerhalb von vier Tagen vier Kilo zunahm und sich das Baby sehr stark bewegte. Die Diagnose: Große Mengen Flüssigkeit im Brustkorb des Ungeborenen und im Bauch der Mutter. In Präzisionsarbeit wurde die Flüssigkeit vor der Geburt abgesaugt, Nadeln punktgenau gesetzt – „einen Millimeter neben dem Babyherzen“, erläutert Steinhard.

Was folgte, war ein sehr langer Weg auf der Intensivstation, bis die Sauerstoffversorgung gesichert und die Lunge endlich allein arbeiten konnte, blickt Dr. Florian Ulrichs, Chefarzt der Klinik für Frühgeborenen- und Kinderintensivmedizin, zurück. Von ihrem Kampf ums Überleben sind Amelie „nur drei kleine Narben geblieben“, freut sich Milana Mohr. Dort, wo die Drainageschläuche steckten.

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