LVM investiert am Hafen
60-Millionen-Euro-Neubau auf ehemaligem Osmo-Gelände

Münster -

Die Frage, wer das letzte freie Grundstück am Hafenbecken – in der Verlängerung des Kreativkais – erhält, ist entschieden. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Stadtwerke das Grundstück, auf dem derzeit die Osmo-Hallen stehen, an die LVM-Versicherung verkaufen möchten.

Donnerstag, 26.03.2015, 00:03 Uhr

So soll das LVM-Gebäude am Stadthafen in Münster aussehen.
So soll das LVM-Gebäude am Stadthafen in Münster aussehen. Foto: LVM-Versicherung

Die Versicherung plant als Kapitalanlage einen 60 Millionen Euro teuren Bürokomplex. Im geringeren Umfang sind auch Wohnungen und Gastronomie vorgesehen. Baubeginn soll 2017 sein.

„Diese Investition ist für uns ein Bekenntnis zum Standort Münster .“ Als der LVM-Vorstandsvorsitzende Jochen Herwig dies am Mittwoch bei einem Pressegespräch sagte, klang auch gleich ein weiteres Bekenntnis mit: Der LVM ist fest davon überzeugt, dass der münstersche Stadthafen noch weitere Büroflächen verträgt. „Wir sind überzeugt davon, dass Münster wächst“ – und der Hafen gleich mit.

Jury entschied einstimmig

Neu-Aufteilung des Osmo-Geländes

Das Osmo-Gelände, über dessen Anschlussnutzung seit Jahren diskutiert wird, teilt sich heute auf in vier Bereiche:

► Den westlichen Teil möchte der Coppenrath-Verlag als Erweiterungsfläche nutzen.

► Auf dem nördlichen Teil (in Richtung Schillerstraße) möchte das Investorenduo Deilmann/Kresing ein Wohnquartier errichten.

► Der östliche Teil dient der Expansion des Kuhrschen Speichers.

► Der Süden mit der attraktiven Wasserkante geht an die LVM-Versicherung.

...

Auf jeden Fall will das münsterische Versicherungsunternehmen die Lücke am Kreativkai schließen, die sich heute zwischen dem Coppenrath-Verlag und dem Kuhr-Speicher ergibt. Das dortige, alte Osmo-Gelände - das Unternehmen Ostermann & Scheiwe ging vor 15 Jahren in die Insolvenz - ist wegen Einsturzgefahr nicht mehr zugängig.

Auf einem 10 500 Quadratmeter großen Grundstück, das der LVM für 5,5 Millionen Euro von den Stadtwerken erwerben möchte, soll zwischen 2017 und 2020 ein über 60 Millionen Euro teurer und 22 400 Quadratmeter großer Gebäudekomplex entstehen – mit Tiefgarage, Büros, Dienstleistungsflächen sowie (vermutlich) einer Gastronomie und einigen Wohnungen. Alle Flächen sollen nach der Fertigstellung vermietet werden.

Die LVM-Versicherung und die von ihr beauftragten Architekten Manfred Bukowski und Frank Lecke gingen aus einem Investoren-Wettbewerb als Sieger hervor. Die Entscheidung, so Stadtwerke-Chef Dr. Henning Müller-Tengelmann und Stadtdirektor Hartwig Schultheiß (beide Jurymitglieder) „fiel einstimmig“.

Neue "Halle" ohne festes Nutzungskonzept

In Anlehnung an die alten Osmo-Hallen will der LVM  eine überdachte, öffentlich zugängliche Freifläche errichten. Das Dach reicht dabei über die Wasserkante hinaus. Man komme damit einem häufig geäußerten Wunsch aus der Bürgerschaft nach, sagte LVM-Chef Herwig. Was in der Halle geschieht? „Das Nutzungskonzept steht noch nicht fest und soll den Bedürfnissen des Standorts angepasst werden. Denkbar sind Ausstellungsflächen, ein Markthallenkonzept oder ähnliches“, so Herwig. Entlang des Hafenbeckens führt ein öffentlicher Weg, der künftig (wieder) den Hafenplatz mit der Hafenspitze am Dortmund-Ems-Kanal verbindet.

Nach Auskunft des Stadtdirektors Schultheiß haben die LVM-Pläne nicht zuletzt deshalb den Zuschlag erhalten, weil der Investor keine Komplettbebauung anstrebe. Vielmehr würden Freiflächen zwischen den drei  Baukörpern bleiben, so dass man den Kreativkai an dieser Stelle nicht nur in Ost-West-Richtung, sondern auch in Nord-Süd-Richtung durchqueren könne. Zum Hintergrund: Nördlich des LVM-Areals möchten die Investoren Deilmann/Kresing ein neues Wohnquartier unter dem Titel „Neuhafen“ errichten.

Zunächst gab es Pläne, den Neuhafen direkt bis an die Wasserkante zu führen. Nach heftigen Debatten im Rat wurde dann aber beschlossen, für den Grundstücksstreifen am Wasser einen separaten Wettbewerb auszuloben.

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