Fr., 24.04.2015

Neue Kanalüberführung in Gelmer wird gebaut Der Kanal wird umgeleitet

Die alte Kanalüberführung über die Ems von 1936 ist zwar noch sicher, hat aber schon Risse und steht unter ständiger Beobachtung. Die Brücke in Gelmer muss durch einen Doppeltrog für die größeren Schiffe ersetzt werden. Damit verschwindet parallel zum Ausbau der Stadtstrecke Münster das letzte Nadelöhr für die Schifffahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

Die alte Kanalüberführung über die Ems von 1936 ist zwar noch sicher, hat aber schon Risse und steht unter ständiger Beobachtung. Die Brücke in Gelmer muss durch einen Doppeltrog für die größeren Schiffe ersetzt werden. Damit verschwindet parallel zum Ausbau der Stadtstrecke Münster das letzte Nadelöhr für die Schifffahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal. Foto: Etzkorn

Münster - 

Noch im April startet an der alten Kanalüberführung über die Ems in Gelmer ein großes Wasserbau-Projekt. Die Schiffsbrücke wird bis 2023 erneuert, dafür muss eine Umleitung für den Kanal gebaut werden. Allein die kostet 37 Millionen Euro, in vier Jahren soll sie stehen.

Von Helmut P. Etzkorn

Auf der Ems paddelt eine junge Familie im Kanu, nebenan schnattern die Enten am Kanal. Ein Mann lässt seinen Schäferhund in den grünen Auen laufen, ab und zu tuckert mal ein Schiffsdiesel. Ein paar Radfahrer sind am Leinpfad am Ufer unterwegs. Idylle vor den Toren Gelmers an der Kanalüberführung (KÜ). Mit der Ruhe dürfte es bald vorbei sein.

Noch im April rücken die ersten Bagger im grünen Areal an, es ist der Startschuss für das größte Wasserbauvorhaben nördlich der Schleuse seit Jahrzehnten. Das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln will bis 2023 die stählerne Trogbrücke für die Schiffe über die Ems erneuern. Zwei neue Tröge werden nebeneinander gesetzt, über diese Doppelbrücke können künftig Großmotorschiffe in beiden Richtungen zeitgleich das Kanal-Nadelöhr befahren können.

Eine der wichtigsten Sorgen der Anwohner in Gelmer konnte Projektchef Dietmar Cholodewicz am Mittwoch beim Bürger-Infoabend in der Mehrzweckhalle entkräften. Die 250 000 Kubikmeter Bodenaushub für das Mammutprojekt werden zu 70 Prozent über den Kanal zum Zwischenlagerplatz an der Deponie Coerheide transportiert. Der Rest muss zwar per LKW abgefahren werden. Die Laster sollen aber nicht durch den schmalen Ortskern rollen, sondern über den Schifffahrter Damm die Erde nach Münster bringen.

Im ersten Bauabschnitt, der ungefähr vier Jahre dauern wird, muss eine 37 Millionen Euro teure Umleitungsstrecke für die Schiffe gebaut werden, erst dann kann das alte Bett trockengelegt und die KÜ abgerissen werden.

Das Baufeld für den kleinen Ausweichkanal liegt im Bereich der Alten Fahrt, bislang ein beliebtes Badeparadies besonders für Nudisten. Mit dem Open-Air-Vergnügen ist es nun vorbei, die Alte Fahrt wird mit Erde aufgefüllt und das gesamte Areal eingezäunt. Ein Weg für Radler bleibt am Rand erhalten. Die Kaiserbrücke dürfte dann quasi zum Logenplatz für alle werden, die sich den Baufortschritt anschauen wollen. Der neun Millionen Euro teure Stahltrog über die Ems auf der Umleitung wird später ein Teil des neuen KÜ-Zwillings sein.

Wenn die Schiffe wieder im alten Bett über die neuen Brücken fahren, soll die Umleitung mit Wasser gefüllt bleiben und als Naherholungsgebiet genutzt werden.

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