Sa., 16.05.2015

Vegan kochen Sushi ohne Fisch und Fleisch

Die erste rein vegane Sushi-Bar hat jetzt ihre Pforten an der Hammer Straße geöffnet. Auf der Speisekarte stehen ausgefallene Spezialitäten.

Die erste rein vegane Sushi-Bar hat jetzt ihre Pforten an der Hammer Straße geöffnet. Auf der Speisekarte stehen ausgefallene Spezialitäten. Foto: Cengiz Sentürk

Münster - 

Köstliche Kunstwerke ohne Thunfisch und Lachs: In einem Restaurant in Münster gibt es veganes Sushi.

Von Hildegard Möller

„We make you feel good“ steht in großen Buchstaben auf den grünen Wänden der Sushi-Bar geschrieben. Wie das geht? Mit 100 Prozent tierfreiem Sushi . Ohne rohen Thunfisch und ohne rohen Lachs. Hakan Albayrak und Qiang Chen von der Sushi-Bar Makimaki ist es gelungen, den Klassiker aus der japanischen Küche geschmacklich und optisch auf vegan umzuswitchen. Für die kleinen und köstlichen Kunstwerke kommen bei Makimaki, was übersetzt „rolle-rolle“ heißt, diverse Gemüsesorten und Tofu zum Einsatz.

Das Ergebnis dürfte für die europäische Gastro-Szene ein Novum sein: Orangefarbene Süßkartoffelsticks, die zuvor im Ofen gebacken werden, sehen dem Lachs verblüffend ähnlich und finden sich zum Beispiel im Sweet Orange Maki wieder. Prima geht das auch mit Roten Beten – sie erinnern an rotes Thunfischfleisch. Für die grünen Farbtupfer sorgen in Spalten geschnittene Avocados.

„Das ist alles supergesund“, weiß Albatray, Franchisegeber einiger herkömmlicher Sushi-Bars in Paderborn und Detmold. Für sein neues Geschäftsmodell „Sushi Green“ ließ sich der hemdsärmelige Paderborner so einiges einfallen: Neben Gurke, gelbem Rettich und hauchdünnen, eingelegten Ingwerblättern nimmt er statt Fischrogen getrocknete Möhrenraspeln.

„Alles nur Fake“, meinte ein Gast neulich. Albayrak sieht das anders: „Alles nur gesund!“ 70 Prozent seiner Kundschaft ist weiblich – für die echten Kerle brät der 40-Jährige würzige Seitan-Spieße, die aus Gluten hergestellt werden. „Die können mit jedem Fleischspieß mithalten“.

Auf der Fahrt von Paderborn nach Münster hat sich Albayrak das WN-Rezept einfallen lassen: eine Sushi-Sonne. Qiang Chen, Franchisenehmer und Filialchef an der Hammer Straße, zieht sich Einmal-Handschuhe an und zeigt, wie´s geht. Auf einer Bambusmatte platziert er mittig zunächst ein Noriblatt aus Seetang. Darauf ordnet er mit akribischer Genauigkeit gebackene Süßkartoffel- und Rote-Bete-Streifen, Avocadospalten und eingelegten Ingwer an. Mithilfe der Bambusmatte rollt er die Zutaten fest ein, schneidet mit einem extrascharfen japanischen Kochmesser daraus etwa zwei Zentimeter lange Abschnitte und ordnet sie auf einer schicken schwarzen Platte an. Für die Sonnenstrahlen müssen dann streichholzdünne Süßkartoffelstreifen herhalten. „Rote Bete heißen bei uns Deep Red“, sagt Albayrak.

Rote Bete hören sich nicht gerade trendy an und passen nicht so recht in das moderne Konzept des hippen Ladens, der den beiden Sushi-Männern vor und nach der Eröffnung so einiges abverlangt hat: „Endlich mal wieder ausschlafen wäre super“, sagen die beiden erfinderischen Köche.

Dennoch ist Qiang Chen, ehemaliger Informatiker und sechs Jahre unterwegs in der IT-Branche, froh mit seinem neuen Business in Münster: „Ich wollte einfach nicht mehr am Computer sitzen“, gesteht der Chinese.

Für ein gutes Endprodukt sei die Qualität des Fischs ausschlaggebend. Und genau deshalb ist der 40-Jährige seit einigen Monaten nicht mehr überzeugter Fischesser. „Ich möchte gar nicht wissen, was alles im Zuchtlachs enthalten ist.“

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