So., 05.07.2015

Wenige Besucher im Zoo Flaute in den Hüten der Straßenkünstler

Straßenkunst bei den Nashörnern mit „Amor Vino Musica“ und der Luftballon-Schnellmodelliererin Susi Ranitz.

Straßenkunst bei den Nashörnern mit „Amor Vino Musica“ und der Luftballon-Schnellmodelliererin Susi Ranitz. Foto: hpe

Münster - 

Weil es Samstag viel zu heiß und am Sonntag mit Blitz, Donner und Schauern viel zu unbeständig war, kamen kaum Zuschauer zum 5. Internationalen Straßenkünstler-Festival in den Tierpark am Aasee.

Von Helmut Etzkorn

Erst am Samstag die Affenhitze, dann am Sonntag ein brodelnder Mix aus Blitz , Donner , Schauern und Schwüle: Der Zoo war am Wochenende keine gute Spielwiese für rund 30 international bekannte Straßenkünstler, die eigentlich mehrere Tausend Tierparkbesucher mit Musik, Theater, Comedy und Artistik begeistern wollten.

Weil kaum jemand in den Zoo kam, gaukelten, sangen und musizierten die Akteure quasi für und vor sich allein. Mit fatalen Folgen, weil wegen der Menschenarmut zwischen Bär, Tiger und Pinguin natürlich auch nichts aus dem Festival-Slogan „Geld im Hut tut Künstlern gut“ werden konnte.

„Spaß gemacht hat es trotzdem“, meinten Maria Chiariello und Martin Schütz , die als „nachtblinde Eule und tagstummer Tiger“ ein Mitmach-Kindermärchen an der Großvogelvoliere aufführten. „Wir haben einen Schattenplatz erwischt, und die Location ist einfach toll“, meinten die beiden Erfurter. Die 300 Kilometer lange Anreise zum tierischen Meeting der Straßenkunstszene haben sie jedenfalls nicht bereut. „Für das Wetter kann hier unten niemand etwas, aber Münster ist immer schön“, so Chiariello.

Unweit der Nashörner boten „Amor Vino Musica“ auf alten Instrumenten musikalische Klassiker des europäischen Mittelalters. Die Musikpädagogik-Studenten aus Münster hatten sich natürlich mehr Publikum erhofft, sind aber als Open-Air-Akteure „Kummer gewöhnt“.

Unzufrieden war auch Christoph Nientiedt , im Zoo für die Organisation des Festivals zuständig. „Wir haben die Preise für die Kaltgetränke gesenkt und kleine Pools für Kids aufgebaut, aber bei knapp 40 Grad fährt kaum jemand mit der Familie zum Zoo“, meint er. Ausgerechnet das Tropenhaus mit 26 Grad Innentemperatur war am Samstag einer der erfrischenden Orte im Zoo, Nebenan beim Kinderschminken lief das Make-up die Wangen runter, durch die Hitze platzten die Kunstwerke der Luftballon-Schnellmodelliererin Susi Ranitz. „Im nächsten Jahr gibt es eine Neuauflage, hoffentlich bei angenehmerem Wetter.“

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