Max-Planck-Institut für Biomedizin Münster
Stammzellen aus dem Labor

Münster -

Die Stammzellenforschung will menschliches Gewebe in der Petrischale züchten. Jetzt sind münsterische Forscher dem Ziel näher gekommen.

Montag, 03.08.2015, 17:08 Uhr

Embryonale Stammzellen (magenta) können sich in die verschiedensten Gewebe ausdifferenzieren. Wissenschaftler sind jetzt der Herstellung solcher Zellen in der Petrischale näher gekommen..
Embryonale Stammzellen (magenta) können sich in die verschiedensten Gewebe ausdifferenzieren. Wissenschaftler sind jetzt der Herstellung solcher Zellen in der Petrischale näher gekommen.. Foto: mpi

Seit geraumer Zeit ist es möglich, in der Petrischale ausgereifte Körperzellen in pluripotente Zellen umzuwandeln – also in Zellen, die sich in alle Zelltypen des Körpers entwickeln können. Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Juanma Vaquerizas vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Münster und Maria-Elena Torres-Padilla (Institute of Genetics and Molecular and Cellular Biology, Straßburg) haben nun die sogenannte Reprogrammierung über eine entwicklungsbiologische Hürde gebracht. Sie haben sogenannte totipotente, also Alleskönner-Zellen, erhalten, die die gleichen Merkmale besitzen wie Zellen aus dem sehr frühen Embryo.

Kurz nach der Befruchtung, wenn der Embryo aus einer oder zwei Zellen besteht, sind Zellen „totipotent“, erklärt das Max-Planck-Institut für Biomedizin Münster in einer Pressemitteilung. Sie sind also in der Lage, einen kompletten Embryo sowie die Plazenta und die Nabelschnur zu bilden. Während sich Zellen danach weiter teilen, verlieren sie ihre Plastizität und werden „pluripotent“. Im Stadium des Eibläschens entstehen etwa 30 Zellen, sogenannte embryonale Stammzellen. Diese Zellen können sich in Zellen verschiedener Gewebe differenzieren.

Seit einigen Jahren ist es möglich, ausdifferenzierte Zellen in ein pluripotentes Stadium zurückzuversetzen, aber ein totipotentes Stadium erreichten sie bisher nicht. Jetzt hat das Team von Vaquerizas Torres-Padilla die Merkmale von embryonalen, totipotenten Zellen genau untersucht und Faktoren gefunden, die ausgereifte Zellen in ein totipotenz-ähnliches Stadium versetzen können. „Totipotenz ist ein weitaus flexiblerer Zustand als Pluripotenz und ermöglicht besonders viele Anwendungen“, sagt Maria-Elena Torres-Padilla, die die Studie leitete. Diese Studie könnte nach Meinung des Max-Planck-Instituts die Effizienz der Reprogrammierung von Körperzellen, die ihre Anwendung in der Regenerativen Medizin finden könnten, erhöhen.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3422051?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847839%2F
Gefährliche Geschosse vom Bahndamm
Diese Steine landeten in dem angemieteten Garten der Familie unterhalb des Bahndamms.
Nachrichten-Ticker