Sa., 17.10.2015

Schule und Bildung Inklusion ist ein offenes Konzept

Schüler der Primusschule haben sich mit kultureller Vielfalt beschäftigt. Im Rathaus stellten sie aus.

Schüler der Primusschule haben sich mit kultureller Vielfalt beschäftigt. Im Rathaus stellten sie aus. Foto: bn

Münster - 

Inklusion ist auch gut für Hochbegabte. Darauf wies am Freitag bei einer Veranstaltung des Vereins Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung Prof. Dr. Annedore Prengel aus Potsdam hin. Im Stadtweinhaus ging es um vielfältige Möglichkeiten, Lehrer auf inklusiven Unterricht vorzubereiten. WN-Redakteur Günter Benning sprach mit Prof. Prengel.

Von Günter Benning

Wo ist der Zusammenhang von Multikulturalität und Inklusion ?

Prengel : Das Thema Inklusion enthält die Aufmerksamkeit für verschiedenste Lebenslagen von Menschen. Es ist auch offen für neue soziale Bewegungen. Inklusion will Benachteiligung, Ausschluss von Bildung und im Bildungssystem vermindern. Es ist ein prinzipiell offenes Konzept.

Man hat das Gefühl, Inklusion überfordert Lehrer. Bei Flüchtlingen erlebt man umgekehrt, dass manche Lehrer sich über deren Eifer freuen.

Prengel: Die Begeisterung, sich mit Verschiedenheit zu beschäftigen hat es in der langen Geschichte der Inklusion von Menschen mit Behinderungen immer gegeben. In meinen Umfragen seit den 80er Jahren haben sich Lehrkräfte in heterogenen Gruppen immer erleichtert gezeigt, weil sie gut auf die verschiedenen Kinder eingehen konnten.

Was bedeutet Inklusion für „normale“ Jugendliche?

Prengel: Normale Menschen gibt es nicht. Wenn wir verschiedene Gruppe betrachten, sehen wir, dass wir uns in jeder Gruppe unterscheiden. Jede einzelne Biografie, jede Familie, jede Gesellschaftsgruppe hat in sich erhebliche Konflikte und Ungleichheiten. Einen normalen Lebensentwurf gibt es im Grunde gar nicht. Deswegen kommt die Aufmerksamkeit für Verschiedenheit auch allen Kindern entgegen, zum Beispiel auch Kindern mit großen exzeptionellen Begabungen, die mit ihren Fähigkeiten in ihrem Umfeld bleiben können. Und gleichzeitig können sie sich mit ihrer Peer-Gruppe, mit der sie leben, zusammen weiterentwickeln.

Wie ist die Lage in Münster ?

Prengel: Gerade in Münster gibt es seit vielen Jahren sehr vorbildliche Schulen mit Ausstrahlungskraft auf alle Bundesländer und auch international. Ich erwähne nur die Primusschule in Berg Fidel. Da ist es selbstverständlich, dass Kinder verschiedene Ausgangslagen haben,dass sie aus verschiedenen Kulturen kommen und dass man sich der Kinder annimmt, die wirklich ökonomisch benachteiligt sind. Von daher ist gerade hier, an diesem Ort, die Begeisterung für die Arbeit im Interesse der Verschiedenheit und der Chancengleichheit ganz ausgeprägt.

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