So., 25.10.2015

Historienspiel mit Friedensbotschaft Den Frieden verkündet

Das traditionelle Historienspiel im Rathausinnenhof erinnerte an den Friedensschluss von 1648.

Das traditionelle Historienspiel im Rathausinnenhof erinnerte an den Friedensschluss von 1648. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Bei herrlichem Herbstwetter ließen sich zahlreiche Besucher das Historienspiel im Rathausinnenhof nicht entgehen. Es erinnert an den Friedensschluss am 25. Oktober 1648.

Von Nicolas Rose

„Seit drei Wochen bin ich mit meinem Enkelkind auf der Flucht. Wir haben keine Heimat mehr, alles haben wir verloren. Soldaten kamen in unser Dorf, die Kirche wurde geschändet. Unsere Häuser und Hütten wurden geplündert und in Brand gesteckt“, klagte eine alte Frau im Historienspiel zum Westfälischen Frieden . Obwohl seit dem Dreißigjährigen Krieg fast 400 Jahre vergangen sind, scheinen die Worte gerade jetzt in unsere Zeit zu passen; denn auch im Moment leben in Ländern wie Syrien Menschen täglich in Angst und verlieren ihre Familien in Auseinandersetzungen, die schon seit Jahren kein Ende finden. In diesem Jahr, in dem in Europa durch die Flüchtlinge die Folgen von Krieg und Gewalt so präsent sind wie lange Zeit nicht mehr, bekommt auch das Historienspiel zum Westfälischen Friedensschluss eine besondere Bedeutung.

„Unsere Kernidee ist, dass wir die Friedensboten entsenden“, sagt Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. „Das heißt für mich, eine Willkommenskultur herzustellen. Dass jeder mit seinen kleinen Mitteln hilft. Das wäre für mich die Friedensbotschaft dieses Jahr.“

Mit dem Historienspiel wird an den Friedensschluss von 1648 erinnert. Zur Veranstaltung, die seit 1998 jedes Jahr am 25. Oktober im Rathausinnenhof stattfindet, kamen rund 300 Münsteraner. Zu sehen und zu hören bekamen sie Gesang, Musik und Tanz einer Vielzahl von Gruppen. Den Auftakt machte die Bläservereinigung Albachten mit Musikstücken aus der damaligen Zeit, die auf das Historienspiel einstimmten. Die Besucher konnten währenddessen ihre eigenen Friedenswünsche aufschreiben. Der Stadtheimatbund veröffentlicht sie auf seiner Homepage im Internet und verschickt sie so in die ganze Welt.

Neu war in diesem Jahr eine Choreografie der Ballettschule Heidi Sievers . Die Gruppe war zum dritten Mal dabei und setzte die Verhandlungen in einem künstlerischen Tanz um. Jede der Tänzerinnen trug ein Stück eines Fotos des Friedenssaals. Anfangs kunterbunt gemischt, erschloss sich dem Zuschauer erst nach einiger Zeit das gesamte und schließlich das richtige Bild.

Höhepunkt der Veranstaltung war das Historienspiel der niederdeutschen Bühne, in dem der Stadtkommandant, der Bürgermeister und der päpstliche Legat ihre Auftritte hatten. Sie entsenden schließlich wie jedes Jahr die Meldereiter, die die Botschaft des Friedens hinaus in die Welt getragen haben. Sie begleiten die Glocken der Lamberti-, Ludgeri-, Apostel- und Überwasserkirche wie im Jahr 1648.

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