Di., 01.12.2015

Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge in Gremmendorf Tür an Tür mit einer Herausforderung

Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßte rund 250 Menschen zu der Bürgerversammlung in Gremmendorf.

Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßte rund 250 Menschen zu der Bürgerversammlung in Gremmendorf. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Rund 250 Anwohner kamen am Dienstagabend zu einer Bürgerversammlung. Dabei ging es um die Flüchtlinge in Gremmendorf und Angelmodde. Es sind 1868 – etwa 40 Prozent aller Flüchtlinge in der Stadt.

Von Klaus Baumeister

Manche Probleme sieht man erst dann, wenn man längere Zeit zusammenlebt. In Gremmendorf und Angelmodde sind Hunderte Flüchtlingskinder untergebracht, die aus Ländern ohne dichten Autoverkehr, ohne Ampeln und ohne viel befahrene Radwege stammen.

„Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir den ersten schweren Unfall erleben“, sprach ein besorgter Anwohner bei einer Bürgerversammlung in Gremmendorf ein Problem an, das ihn umtreibt. Verkehrserziehung sei erforderlich, so seine Bitte. Noch so ein Erfordernis, das mit den vielen Flüchtlingen nach Gremmendorf und Angelmodde gekommen ist.

Am Dienstagabend kam Oberbürgermeister Markus Lewe in jenen Teil Münsters, in dem derzeit besonders viele Flüchtlinge leben. Es sind 1868, um es genau zu sagen. Zum Vergleich: Im gesamten Stadtgebiet sind es 4658.

Diese Ballung ist dem Umstand geschuldet, dass die York-Kaserne als Notunterkunft genutzt wird und es auch sonst sehr viele ehemalige Briten-Wohnungen gibt, die sich als Unterkünfte anbieten.

Entsprechende häufig waren deshalb auch die Nachfragen nach konkreten Straßenzügen. Kommen noch weitere Flüchtlinge an den Normannenweg, an den Erlenbusch, an den Ostpreußenweg?

Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann konnte mit einer ganz frischen Information aufwarten: Wegen der bereits bestehenden Belastung in Gremmendorf und Angelmodde habe die Stadt größtenteils das Angebot der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) abgelehnt, noch weitere leerstehende Briten-Wohnungen als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen.

Diese Häuser sollen vielmehr bis Sommer 2016 verkauft werden.

Bei der Bürgerversammlung, an der rund 250 Gremmendorfer und Angelmodder teilnahmen, wurde in diesem Zusammenhang auch Kritik laut. Der jahrelange Leerstand bei den Briten-Wohnungen sei dem Quartier abträglich.

Eine wichtige Ausnahme zum Thema Flüchtlinge in Briten-Wohnungen erklärte Arnkens-Homann ebenfalls, nachdem ein Anwohner aus der Lütkenbecker Siedlung am Gasometer „mehr Transparenz“ angemahnt hatte. Ja, in den dortigen Briten-Wohnungen werden Flüchtlinge einziehen.

Dass die Stadt diese Information nicht schneller an die Nachbarn weiter gegeben habe, führte die Sozialamtsleiterin darauf zurück, dass es bei der Verfügbarkeit nahezu täglich neue Wasserstandsmeldungen gebe.

Wie konkret die Flüchtlingsarbeit inzwischen sei, erklärte Dirk Winter vom Arbeiter Samariter-Bund bei der Bürgerversammlung: In der York-Kaserne laufen bereits acht Deutschkurse.

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