Fr., 01.01.2016

Psychologen untersuchen Vorsätze zum neuen Jahr Sport, abnehmen, aufräumen

Menschen, die sich für das neue Jahr nichts Besonderes vornehmen, leben in der Regel zufriedener als diejenigen, die mit anstrengenden Vorhaben ins neue Jahr starten.

Menschen, die sich für das neue Jahr nichts Besonderes vornehmen, leben in der Regel zufriedener als diejenigen, die mit anstrengenden Vorhaben ins neue Jahr starten. Foto: colourbox.de colourbox.com

Münster - 

Psychologen der Uni Münster erforschen, was gute Vorsätze zum neuen Jahr mit Menschen anstellen. Die ehrgeizigen Vorhaben lassen die betreffenden nicht unbedingt zufriedener leben.

Von Karin Völker

Meinald Thielsch hat für das Jahr 2016 keine guten Vorsätze gefasst – und der Psychologe von der Universität Münster weiß, warum. Menschen, die sich für das neue Jahr nichts Besonderes vornehmen, leben in der Regel zufriedener als diejenigen, die mit anstrengenden Vorhaben ins neue Jahr starten. Thielsch und sein Team untersuchen seit dem vergangenen Jahr, wie sich die guten Vorsätze auf Leben und Psyche auswirken.

Die Psychologen der Uni haben rund 1400 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet zwischen 16 und 89 Jahren befragt – zu Beginn des vergangenen Jahres und ein gutes halbes Jahr später. „Wir wollten ja nicht nur wissen, was sich die Leute vornehmen, sondern auch, ob sie es geschafft haben, oder damit zumindest auf einem guten Weg sind, und wie zufrieden sie allgemein sind, erklärt Thielsch. Auch jetzt wurden die Teilnehmer erneut zum Jahreswechsel befragt. Vorläufige Quintessenz: Diejenigen ohne gute Vorsätze, immerhin 43 Prozent, sind nach einem halben Jahr allgemein zufriedener – was unterschiedliche Gründe haben kann, so Thielsch. Es seien einerseits Menschen, denen wenig daran liege, sich selbst immer weiter zu verbessern. „Es sind aber auch Menschen, die grundsätzlich ihre Ziele unanhängig von gesetzten Terminen wie etwa Neujahr verfolgen und umsetzen.“

Die am häufigsten genannten guten Vorsätze betreffen allesamt die Gesundheit: 59 Prozent der Befragten nehmen sich vor, „mehr Sport“ zu treiben. 45 Prozent wollen abnehmen, 40 Prozent „Stress vermeiden“, auf Platz vier steht der allgemeine Wunsch „gesünder leben“.

Wer seinen guten Vorsatz verwirklichen möchte, dem rät Thielsch, das Vorhaben möglichst konkret zu formulieren. Am Beispiel „mehr Sport treiben“ heiße das: „Ich muss festlegen, wie oft ich Sport treiben will, welchen Sport und mit wem“, so Thielsch. Wenn man dann noch zuvor die Grenzen des individuell Machbaren realistisch auslote, seien die Realisierungs-Chancen nicht schlecht.

Ein Vorsatz, den die wenigsten verwirklichen, ist das Vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger zu rauchen. „Rauchen hat ein sehr hohes Suchtpotenzial“, sagt Thielsch. Nach seiner Untersuchung, sind Menschen mit dem Vorhaben, weniger Alkohol zu trinken, deutlich erfolgreicher.

Nach dem Bedürfnis nach gesünderem Leben, folgt übrigens das nach Ordnung: Auf Platz fünf der aktuellen Gute-Vorsätze Liste für 2015 steht „Aufräumen“.

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