Di., 23.02.2016

Marodes Schloss Sanierungen kommen nicht in Gang

So sehen die meisten Fenster des Schlosses aus. Eine Sanierung beginnt frühestens im kommenden Jahr.

So sehen die meisten Fenster des Schlosses aus. Eine Sanierung beginnt frühestens im kommenden Jahr. Foto: kv

Münster - 

Die Universität hatte sich bereits im Sommer 2014 Hoffnung auf eine Sanierung der maroden Fenster am Schloss gemacht. Sie wartet immer noch.

Von Karin Völker

An den unschönen Anblick von abblätternder Farbe und faulendem Holz haben sich die Studierenden und Mitarbeiter der Universität im Schloss gewöhnt. In den vergangenen kalten Tagen und auch während des stürmischen Wetters nach Karneval legte so mancher auch im Schloss Mantel und Schal nicht ab: „Es zieht wie Hechtsuppe“, sagt ein Angestellter, und Uni-Sprecher Norbert Robers bestätigt den Eindruck: „Die Fenster sind mittlerweile so marode, dass es in manchen Räumen trotz aufgedrehter Heizung nicht richtig warm wird.“

Dabei hatte die Universität bereits im Sommer 2014 Hoffnung auf baldige Abhilfe geschöpft. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Münster erklärte, die Fassade des Schlosses samt der desolaten Fenster im Jahr 2015 sanieren zu wollen. Dieses Jahr ging vorüber, ohne dass etwas geschah.

Die Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde ziehe sich hin, erklärt eine Sprecherin des BLB Münster. Dabei gehe es im Kern darum, ob das Schloss komplett neue Fenster erhalte oder ob die alten restauriert werden sollten.

Die Restaurierung sei aufwendiger und komme am Ende teurer, als neue Fenster anfertigen zu lassen. Die obere Denkmalschutzbehörde favorisiere, die alten Fenster wieder aufarbeiten zu lassen, da sie sehr hochwertig seien. Der BLB setze eher auf die Anfertigung neuer Fenster. Beides ist schon angesichts der Größe des Schlosses ein erheblicher Aufwand. Etwa 250 große und kleine Sprossenfenster sowie Türen im gleichen Stil hat das nach dem Krieg ­wiederaufgebaute Barock­gebäude. Ob die Fenster seit den 50er Jahren, als das wiederhergestellte Schloss von der Universität bezogen wurde, jemals gestrichen wurden, ist unbekannt. Wer das Schloss betritt, passiert gleich am Eingang stark verwitterte Fensterrahmen mit abblätternder Farbe. Von innen sieht es in der Regel nicht besser aus. Auswärtige Besucher der Universität wunderten sich oft über den desolaten Zustand, erzählt Robers.

Wenn die Sanierung einmal beginnt, soll auch die reich verzierte Fassade aufgearbeitet werden, erklärt die Sprecherin des BLB, der die Gebäude in Landeseigentum an die Universität vermietet. Die komplette Fassade werde dann eingerüstet.

Über die Kosten der Sanierung will der BLB noch keine Angaben machen. Nur so viel: Bis zum Herbst dieses Jahres soll immerhin die Entscheidung fallen, ob die Fenster erneuert oder restauriert werden. Dann könnte im Prinzip die Baumaßnahme starten.

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