Do., 24.03.2016

Jeder Zehnte ist ein Ausländer Münster wird bunter

In Münster leben zurzeit 2249 Polen. Sie bilden damit die stärkste nichtdeutsche Bevölkerungsgruppe in Münster – gefolgt von Syrern und Menschen aus Serbien.

In Münster leben zurzeit 2249 Polen. Sie bilden damit die stärkste nichtdeutsche Bevölkerungsgruppe in Münster – gefolgt von Syrern und Menschen aus Serbien. Foto: Lisa Stetzkamp

Münster - 

In Münster leben fast 10 000 Ausländer mehr als vor wenigen Jahren. Das liegt nicht nur an den Flüchtlingen. Auch bei Studierenden aus dem Ausland ist die Stadt sehr beliebt.

Von Martin Kalitschke

Münster wird nicht nur immer größer, sondern auch immer bunter. Aktuell leben rund 30 000 Ausländer in der Stadt – das sind 10 000 mehr als vor 20 Jahren. Verändert hat sich in diesem Zeitraum auch die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung: 1995 bildeten Türken die stärkste nichtdeutsche Bevölkerungsgruppe, heute sind es die Polen – dicht gefolgt von Menschen aus Syrien , deren Bevölkerungsanteil sich von 2014 auf 2015 fast verdreifachte, und zwar von rund 800 auf mehr als 2000. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Flüchtlinge. Diese Zahlen stammen aus der jetzt veröffentlichten Statistik zur Bevölkerungsentwicklung des Amtes für Stadtentwicklung, die erstmals aktuelle Ergebnisse mit Zahlen vergleicht, die vor 20 Jahren erhoben wurden.

Danach lebten zum Stichtag 31. Dezember 2015 fast 2250 Menschen aus Polen in Münster, gefolgt von 2022 Syrern, 1925 Serben, 1758 Türken, 1641 Portugiesen und 1041 Italienern. Vor 20 Jahren stellten nach den Türken (2292) Menschen aus der damals noch existierenden Bundesrepublik Jugoslawien (1975), Portugal (1740), dem Iran (1100), Großbritannien (930) und Polen (879) die größten nichtdeutschen Bevölkerungsgruppen. Aus Syrien stammten damals gerade einmal 150 Personen.

Veränderungen gab es seit 1995 auch bei den kleineren ausländischen Bevölkerungsgruppen. So vervierfachte sich seit 1995 die Zahl der Letten auf heute 524, die Zahl der Albaner schnellte um mehr als das Zehnfache in die Höhe. Insgesamt leben zurzeit Menschen aus 182 Ländern in Münster. 1995 zählte die Verwaltung gerade mal 157 verschiedene Nationalitäten.

Obwohl die Zahl der Ausländer deutlich zugelegt hat, liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei nicht einmal zehn Prozent. Diesen im Vergleich zu ähnlich großen Städten niedrigen Wert führt Dr. Helga Kreft-Kettermann , Leiterin der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung in der Verwaltung, vor allem auf die Wirtschaftsstruktur Münsters zurück. „Münster ist eine Stadt der Verwaltung und Informationstechnik, im Ruhrgebiet gibt es hingegen mehr Industrie“ – die in den 1950er-Jahren viele Gastarbeiter anlockte. Doch nicht nur Flüchtlinge und ausländische Arbeitnehmer zieht es nach Münster, betont Kreft-Kettermann. Auch bei ausländischen Studierenden, die von der Statistik ebenfalls erfasst werden, sei die Stadt beliebt. Die Statistik-Expertin wertet dies als gutes Zeichen: „Grundsätzlich ist es eine positive Entwicklung, wenn eine Stadt wächst.“ Da sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen werde, arbeite die Stadt bereits jetzt mit Hochdruck daran, die Infrastruktur diesem Wachstum anzupassen, damit Münster auch in Zukunft für Deutsche wie für Ausländer attraktiv bleibt.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3889894?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F